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Luna Luna
Maren Kames

Luna Luna

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ZUSAMMENFASSUNG
"Luna Luna" ist ein dunkler Text. Er ist rasant, rasend und atemlos und spricht von tief innen aus dem weit offenen Gaumenraum heraus. Es geht um die dünne Wand zwischen Traum und Trauma, um dünne Haut, um eine Gans aus Pappmaché und den Bären, den sich eine aufbindet, um sich gegen den Wind zu schützen. Ums Verlieren und Verletzen geht es. Um einen Krieg, der vielleicht nie stattgefunden hat und doch in jeder Pore präsent ist. Motive, Figuren und Sätze schubsen sich wie Autoscooter durch die Textgalaxie, beschleunigen, karambolieren, knallen gegen unsichtbare Banden, werden in schwarzen Löchern verschluckt. Und über allem hängt die Luna, ein Fixpunkt für die Höhe der Sehnsucht, leuchtend, wahnsinnig und selber rastlos. Eine Luna, die am Ende in einem Sturz aus ihrer Umlaufbahn heraus aufs Wasser fällt wie ein glühender Ofen.
BIOGRAFIE
MAREN KAMES wurde 1984 in Überlingen am Bodensee geboren und ist in Baden-Württemberg und Hessen aufgewachsen. Für ihr vielbeachtetes Debüt "Halb Taube halb Pfau" wurde sie unter anderem mit dem Düsseldorfer PoesieDebütPreis und dem Anna Seghers Preis ausgezeichnet. 2017 erhielt sie außerdem den Kranichsteiner Literaturförderpreis. Sie übersetzt die Theaterstücke und Essays von Sivan Ben Yishai aus dem Englischen und lebt als freie Autorin in Berlin.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
12.08.2019
Ausgabe
Hardcover
ISBN
9783906910673
Sprache
German
Seiten
108
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REZENSIONEN
Bewertet von gwyn und Fabian Thomas
gwyn
fabianthomas
Der Anfang: «In meinen gloriöseren tagen bin ich ziemlich lunar gewesen und wahnsinnig rastlos, in den gliedern krachend u griffig im wipfel wild, es rauschte, ich genoss und litt zeitgleich immerzu ich lachte harsch … und stach zu es platzte, es stank, ich sank, ich ging aus, circa in der mitte bin ich entzweigebrochen und nicht wieder heilgeworden. Was ist das für ein Buch? Man könnte sagen, ein langes Gedicht. Das wäre nicht treffend, ein Poetry Slam ist es auf jeden Fall. Und wenn man ein Gefühl für den Text bekommen möchte, muss man sich Zeit lassen, in Ruhe lesen, am besten 3-5 Mal. Maren Kames hat hier einen besonderen Text geschaffen. Düster, schwarz – trotz «pink, pink, pink, pink, pink moon», depressiv bis mitten ins Herz, Prosa aus dem Bauch heraus – aber geschliffen in der Abfassung. Novalis fiel mir dazu ein, ein wenig Rilke, eine Stimme, die immer wieder unterwegs nach der Mutter ruft, einen Schild um sich ausbreitend, unter dem Ängste liegen, unter dem es brodelt. Und irgendwo auf der Reise hat sie ihren Schuh verloren. Wo nur? Weiße Buchstaben auf schwarzem Papier – hochwertig – ein in Leinen gebundenes Buch, das dem Text ein königliches Auftreten gibt. «ganz perdu bin ich gewesen, wirklich ganz schlecht beieinander bin ich gewesen und alles ist mir also abhanden gekommen» Es ist ein Text, der den Leser berührt, schwer zusammenzufassen. Und dazu gibt es endlich einmal einen guten Klappentext, der es besser zusammenfasst, als ich es kann: «Es geht um die dünne Wand zwischen Traum und Trauma, um dünne Haut, um eine Gans aus Pappmaché und den Bären, den sich eine aufbindet, um sich gegen den Wind zu schützen. Ums Verlieren und Verletzen geht es. Um einen Krieg, der vielleicht nie stattgefunden hat und doch in jeder Pore präsent ist.» Ein sehr lesenswerter Text, der noch lange nachhallt. Tieftrauriges Kopfkino, durchmischt mit Popsongs – was ist real, was sind Gedanken? Maren Kames wurde 1984 in Überlingen am Bodensee geboren, studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft, danach am Institut für Literarisches Schreiben in Hildesheim. Für ihr vielbeachtetes Debüt »Halb Taube halb Pfau« wurde sie mit dem Düsseldorfer PoesieDebütPreis und dem Anna Seghers Preis ausgezeichnet. 2017 erhielt die den Kranichsteiner Literaturförderpreis, 2019 war sie Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles. Sie übersetzt Theaterstücke und Essays von Sivan Ben Yishai und lebt in Berlin. Mit «Luna Luna» steht sie auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse.
Wow
Maren Kames holt in ihrem neuen Buch zur ganz großen Geste aus: Luna Luna führt mitten hinein in die Mondlandschaften der Liebe – und des Krieges. Weiß auf schwarz, umgeben von einem pinken Vorsatzpapier, präsentiert sich hier ein Text, der Monolog, Klagerede und Sprachperformance miteinander verbindet. Es geht um Trauer, Wut, gleichzeitig ist der Redefluss hoch reflektiert und findet immer wieder zu einer ironischen Distanz. Das zeigt sich in den Brechungen, in denen sich die Sprecherin selbst aufs Korn nimmt („warum bin ich so zerzaust? warum rauch ich so oft?“); das zeigt sich aber auch in der so heterogenen Textgestalt, in der Maren Kames ein ganzes Repertoire an Songreferenzen untergebacht hat und so auch einen Teil ihrer Poetik offenlegt: Wortwörtliche Übersetzungen, frei Assoziiertes und miteinander Montiertes lassen Luna Luna zu einem komplexen Gewebe werden, das mit einem großen musikalischen Gespür zusammengesetzt ist. Der Wahrhaftigkeit tut das alles keinen Abbruch: Auch in den ironischen Momenten, und gerade in der unbekümmerten Art, wie dieser Text bereit ist, seine Gemachtheit auszustellen, liegt eine schonungslose Ehrlichkeit, die die große Qualität von Maren Kames’ Schreiben ausmacht. (...) https://thedailyfrown.wordpress.com/2019/09/28/i-used-to-be-a-lunatic/
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