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Marc-Uwe Kling

QualityLand

Ist Teil der Reihe
dunkle Edition
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4.4/5
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ZUSAMMENFASSUNG
IN QUALITYLAND LAUTET DIE ANTWORT AUF ALLE FRAGEN: OK »Kling erzählt formal bestechend und einfallsreich. Der aufregendste politische Roman, den ich seit langem gelesen habe.« ARD DRUCKFRISCH - DENIS SCHECK »EINE GESELLSCHAFTSSATIRE ZUM TOTLACHEN, FÜR ALLE, DIE NOCH NICHT TOT SIND.« DIE ZEIT - ELISABETH VON THADDEN »EINE FEDERLEICHTE KOMÖDIE MIT BÖSEM WITZ UND ORIGINELLEN BILDERN.« FAZ - SANDRA KEGEL
BIOGRAFIE
Keine Angaben verfügbar

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
01.04.2019
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783548291871
Sprache
German
Seiten
384
Schlagworte
Känguru-Chroniken, künstliche Intelligenz, Känguru, The Circle, Drohnen, Science Fiction, IoT, Internet of things, Quality Land, Selbstfahrende Autos, Poetry Slam, BildungsKänguru, Schnapspralinen, Qualityland, berlin
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REZENSIONEN
Bewertet von kupfisbuecherkiste, lilimarie und 3 andere
kupfisbuecherkiste
lilimarie
awogfli
trinschen
bookish_cat_
kupfisbuecherkiste
Quality Land: Ein Land, in dem die Menschen in Level eingestuft werden. Je höher der Level, umso mehr Rechte. Z. B. das Recht, die Ampel von Rot auf Grün zu schnipsen. Ein Land, in dem Algorithmen deinen Partner, deinen Jobchancen, deine Wohnsituation oder sogar deine Einkäufe bestimmen. Kaum zuhause, kommt eine Drohne von „TheShop“ und bringt dir dein Bier. Du denkst, das hast du doch gar nicht bestellt? Du vielleicht nicht, aber TheShop weiß, dass du ein Bier willst, bevor du es weißt. Bestätige den Einkauf, in dem du dein QualityPad küsst, und bewerte die Drohne mit 10 Sternen, damit diese nicht jammert. Klingt skurril? Ist es auch. Aber nicht genug: Während Peter verzweifelt versucht, ein bestimmtes Produkt an TheShop zurück zu geben, und dabei beinahe die Nerven verliert, treten bei der Präsidentenwahl ein Roboter gegen einen Menschen an. Beide haben Wahlkampfteams, und die Bewertung ist direkt im Internet zu sehen. Soweit so gut. Während ich seit Wochen um das Buch QualityLand von Marc-Uwe Kling herumschleiche, habe ich es mir nun endlich gegönnt: in der schwarzen Edition. Das Buch hat mich allein wegen der Aufmachung angesprochen: der stabile Pappeinband, der Prägedruck mit den Lippen, dem Barcode und dem goldenen Schriftzug! Sehr sehr gelungen. Auch im Buch ist die Gestaltung der Seiten mit dem schwarzen Druck und den verschiedenen Schriften sehr schön gestaltet. Doch das ist auch schon das meiste, was mir an dem Buch gefällt. Klings Schreibtstil ist flüssig, und lässt sich prima lesen. Dennoch kommt es mir so vor, als hätte ich das alles schon gelesen. Und nein, ich hab QualityLand bisher noch nicht gelesen 😉 In den letzten Wochen habe ich verschiedene Bücher gelesen, die sich mit einem ähnlichen Problem von Datensammlung und die Verwertung bzw. deren Algorithmen beschäftigt haben. Die Idee, ein QualityLand zu erschaffen, um zu zeigen, wie verschiedene Algorithmen umgesetzt werden, find ich ja schön und gut. Aber hier hapert es meiner Meinung nach komplett an der Umsetzung. Apfelige Tablets sind mir zu offensichtlich als QualityPads zu erkennen, beim großen Onlinehandel namens TheShop war mir die Verbindung zum Riesen mit dem A auch zu offensichtlich. Kunden, denen xyz gefiel, kauften auch abc. Peter Arbeitsloser, für mich ein flacher Charakter, der mir schon fast auf den Keks ging. Ein Loser, der sich mit seinen digitalen Freunden die Zeit um die Ohren schlägt, um dann mit ihrer Hilfe ein Produkt zurückzugen? Gähn. Einziger vermeintlicher Pluspunkt ist der Roboter, der wohl die digitalisierte Version von „I am Groot“ äh I am kapuuut sein soll. Wow. Versteht mich nicht falsch: vielleicht fehlt mir einfach die nötige Portion Humor oder Augenzwinkern, um dieses Buch zu lesen. Aber allein wegen der Aufmachung hab ich mehr erwartet. Aber man kann nicht jedes Buch gut finden. Und das hier gehört für mich dazu: Tolle Verpackung, enttäuschender Inhalt. Mir waren viele Verbindungen einfach ZU offensichtlich. Während bei Andreas Eschbachs „NSA“ sich der Autor tiefgründigere Gedanken gemacht hat, wie Daten eingesetzt werden können, hat Kling versucht, einfach das ganze eher ins Lächerliche zu ziehen. Und durch diese extreme Überspitzung wirkt das Buch für mich an den Haaren herbeigezogen. Wie heißt es so schön: „Geschmackssache“, sprach der Affe und biss in die Seife.
Wow
Marc-Uwe Kling verbindet in Qualityland verschiedene Handlungsstränge mit verschiedenen Charakteren. So gibt es zum Beispiel Peter Arbeitsloser, der aufgrund seines Levels als Nutzloser abgestempelt wird und den Androiden John of us, der für das Präsidentenat kandidiert. Dennoch steht die Gesellschaftskritik im Mittelpunkt der Handlung. Der Roman ist sehr humorvoll geschrieben und auch das Känguru bekommt seine eigenen kleinen Auftritt in diesem Buch. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, ist es erschreckend wie viel davon tatsächlich schon Realität ist oder auf einem guten Weg dorthin ist. Die dazwischen geschaltete "Werbung" hat den Roman zusätzlich aufgelockert und hat immer für einige Lacher gesorgt auch wenn der Inhalt der "Werbung" wie auch der Rest des Buches erschreckend realitätsnah ist. An einigen Stellen wurde die Situation aber sehr ausgeschmückt und bis ins kleinste Detail erklärt, was manchmal sehr anstrengend war und dazu geführt hat, das es langweilig und langatmig wurde. Es hat sehr lange gedauert bis, für mein Empfinden, die Geschichte so richtig ins Rollen kam und es interessanter wurde.
1 Wow
Wenn ein berühmter Autor mit einer sehr erfolgreichen Figur sich aus seiner Komfortzone herausbegibt und etwas völlig neues kreiert, dann ist das erstens schon mal sehr innovativ, kann aber entweder total in die Hose gehen, oder sehr gut werden. In diesem Fall ist Qualityland sowas von der Turbo, der ultimative affengeile, neuartige, politische dystopische Science Fiction Roman, der so gut ist, dass ich das Känguru, das ich geliebt habe, fast schon vergessen habe. Für mich war es sogar der beste Roman (respektive das Hörbuch, denn Marc-Uwe Kling perfomen zu hören, sollte man sich nicht entgehen lassen) von allen Büchern seit 5 Jahren. Es geht um Qualityland, ein fiktionales Land in einer relativ nahen Zukunft. Marc–Uwe Kling extrapoliert die technologischen, gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen… Entwicklungen der Gegenwart im Zeitalter der Digitalisierung, Automatisierung, Vernetzung und des gläsernen Menschen, verzerrt sie und wendet sie auf die Spitze getrieben auf die nahe Zukunft an. Die industrielle Fast-Food Ernährung wird mit FESATZU’s 1/3 Fett, 1/3 Salz, 1/3 Zucker abgewickelt. Es gibt eine große Plattform genannt THE SHOP, die aus den zahlreichen Vergangenheits-Profildaten zukünftige Bedürfnisse automatisiert berechnet extrapoliert und die Produkte unbestellt mit Drohnen zustellt. Die Medizin wird mit Nanorobots und Sensoren abgewickelt. Die Pharmafirma DASGUTEZEUGS misst mit Sensoren die medizinischen Bedürfnisse, stellt in Losgröße 1 die ultimative Tablette unaufgefordert her und lässt sie per Drohne liefern. Dass massig private DNA Daten von der Firma gesetzwidrig abgegriffen werden, tut dem Höhenflug des Aktienkurses keinen Abbruch. Das Geldsystem ist eine Weiterentwicklung von Bitcoin und Facebook heißt jetzt Everybody, weil Everybody in Social Media sein muss. Keiner (Ok fast keiner) kann der Datensammelwut und der Digitalisierung entkommen, die Leute heißen in Familiennamen nach den Berufen ihrer Eltern, damit soziale Schichten fast in Beton zementiert sind. Das sind nur ein paar der wundervollen Ideen, die im Stakkato auf den Leser oder Hörer einprasseln. Ich habe mich nicht einmal eine Zehntelsekunde während des Werkes gelangweilt. Die Hauptfigur, Peter Arbeitsloser ist wie sein Familienname schon sagt ein richtiger Verlierer in diesem System, der eine Schrottpresse betreibt. Sein virtuelles Profil weist ein ganz niedriges Wichtigkeitslevel auf, was sowohl die Freundlichkeit der Transportsysteme, die Partnerwahl einfach seine gesamten persönlichen, ökonomischen Möglichkeiten der Interaktion beschränkt. Ein wichtiges Thema im ganzen Werk ist auch noch der Wahlkampf in dem Heinz Koch (ja sein Vater war Koch) gegen den Androiden John-of-us der Fortschrittspartei antritt. Was dann folgt, ist ein Lehrstück an politischer Satire, denn der Android John-of-us argumentiert als Rechner basierend auf Logik, Wahrheit und Spieltheorie zum Wohle aller Menschen – die Partei von Heinz Koch ist die typische Politikerkaste korrupt bis in die Knochen. Der Wahlkampf in Qualityland gleicht in vielem dem von Österreich: „Seit wann haben die Nutzlosen schon jemals eine Regierung gewählt, die Ihre Interessen vertritt? Scheiß auf Argumente, es zählen nur Emotionen. Können wir diese sinnlose Diskussion über Inhalte jetzt endlich beenden?" Obwohl der Android natürlich gegen das manipulierte Volk und gegen die korrupten populistischen Demagogen der Gegenpartei eine denkbar schlechte Ausgangsposition hat, weiß er seine Vorzüge gut einzusetzen und gibt auch ein bisschen Hoffnung für die Zukunft. Wie Ihr seht, bin ich voll für den Androiden und nicht für die Menschen in diesem Wahlkampf aber John-of-us steht einfach für eine ehrliche, sachlich basierte Politik. Manche haben sich über Marc-Uwe Klings Hang zu Kalauern beschwert, aber dieser Humor ist für mich weitaus mehr als schenkelklopfender Witz, denn wenn man die zugrundeliegenden Theorien aus Wirtschaftsinformatik, Politik, Soziologie, VWL und Philosophie kennt und unterrichtet, ist es gleich zehn Mal so witzig. Marc- Uwe Kling hat sie fast ALLE genial identifiziert, richtig zitiert, abmontiert, dann durch den Qualityland-Wolf gedreht und dystopisch korrekt verwurstet: z.B. Adorno, Asimovs Gesetze, der Turing Test, der Gottesbegriff als allwissende Maschine = Omnius, ist Gott wohlwollend, feindselig oder gleichgültig, das Peter Pprinzip wird zum Peter Problem und allg. postuliert…. um nur einige zu nennen. Da sind wir schon bei der prinzipiellen Aussage: Das alte Peter Prinzip aus der Betriebswirtschaft– wird zum Peter Problem transferiert, gegen das der Protagonist kämpft. Die virtuellen Profile und die darauf angewendeten Onthologien (hier eigentlich fälschlich Algorithmus genannt - zwecks des perfekten Reimes "das ist der Algorithmus, wo jeder mitmuss") sind falsch und kreieren eine self fullfilling phrophecy, also eine sich selbst erfüllende Prophezeiung bzw. ein bestimmtes fremdbestimmte Leben ohne Wahlmöglichkeit und eigenem Willen. Mein erster Chef auf der Uni Linz hat sich übrigens schon 1981 mit dem Thema, dass bei Profilinformationen falsche Schlüsse gezogen werden können, in seiner Habilitation beschäftigt. Dort heißt das Problem aber nicht so einfach Peter Problem sondern Kontextverluste in betrieblichen Informationssystemen So kämpft der Verlierer Peter Arbeitsloser wie Don Quixote gegen das System - aber wahrscheinlich sogar ein bisschen erfolgreicher - während im Land der gnadenlose Wahlkampf tobt, der die übelsten Intrigen und absurdesten Dinge an die Oberfläche der Wahrnehmung der Gesellschaft und des Lesers spült. Unterstützt wird er dabei von KIKI, einer Hackerin, die auch gleich für die Liebesgeschichte in der Story steht und von einer Gruppe mehrerer ausgemusterter elektronischer Geräte, die Peter nicht übers Herz brachte, zu verschrotten. Herrlich subversiv, anarchisch und klug konzipiert. So mehr möchte ich nun nicht mehr verraten bis auf die Werbeeinschaltungen in Qualityland, die sind köstlich und fast ein eigenes Kunstwerk (wahrscheinlich wird da irgendwann wieder ein Spiel daraus gemacht). Einen letzten Hinweis habe ich noch – unbedingt das Hörbuch nehmen. Marc Uwe liest nicht, als Kleinkünster performt er das Stück, und das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Fazit: Keine Sekunde gelangweilt, viele Szenen mehrmals gehört – ES IST GRANDIOS - 10 von 5 Sternen!!!!
3 Wows
Mein Weg ins QualityLand hatte einen ganz pragmatischen Grund: in einer Zeit, wo gefühlt eine Horrornachricht die nächste jagt, brauchte ich ein komplettes Kontrastprogramm. QualityLand war für mich genau das richtige Buch: eine Welt, in der man keine Entscheidungen treffen muss, weil die Maschine dir gegenüber dir den richtigen Weg weist, in der deine geheimsten Wünsche sich quasi von selbst erfüllen und in der alles seinen geregelten Gang geht (bis hin zum One Night Stand). Ich habe dieses Buch quasi inhaliert, viel zu schnell war es durchgelesen, trotz der „Werbeunterbrechungen“, die den Lesefluss immer wieder abgebremst haben. Sprachlich war das Buch einfach genial, einfach und strukturiert und doch voller subtiler Anspielungen. Ja, vieles war sehr überspitzt, aber wenn man über das eine oder andere Szenario weiter nachdenkt, dann sind wir von vielen dargestellten Dingen nicht mehr alzu weit entfernt. Gut gefallen haben mir die Gespräche über Moral und Ethik, bei denen es im Ergebnis kein Richtig oder Falsch gab, sondern dem Leser die eine oder andere Anregung gegeben haben, sein eigenes Onlineverhalten zu reflektieren.
3 Wows
_bookish_cat_
«Es ist Ihnen bekannt, dass es eine Kunstform namens Roman gibt?», fragt Kalliope. «Ein Roman ist, kurz gesagt, eine Zusammenstellung vieler Wörter, so dass sie eine Geschichte ergeben.» Qualityland von Marc-Uwe Kling steckt voller beängstigender Möglichkeiten, wie sich unsere Zukunft entwickeln könnte... Aber der Schreibstil und die Ironie, mit der der Autor aktuelle Themen oder bekannte Persönlichkeiten aufs Korn nimmt, ist wunderbar! In der Zukunft werden die Menschen ohne ihre digitalen Begleiter, die Ihnen Tipps und personalisierte Werbung zeigen, nicht mehr lebensfähig sein. Smartphones sind ja jetzt schon unverzichtbar irgendwie. TheShop liefert per Drohne alles aus was man will, ob man sich des Wunsches bewusst war oder nicht. Amazon und die geplanten Drohnen? Wer weiß. Zudem finde ich, beinhaltet das Buch unglaublich viele wahre Passagen, die einem so garnicht bewusst sind. Die Zitate zeigen nur zwei davon auf. «Ich habe das Recht, meine Meinung frei zu äußern, aber was nützt mir das, wenn mir keiner zuhört? Am meisten Aufmerksamkeit zieht man heute doch auf sich, wenn man versucht, die Öffentlichkeit zu meiden.» « Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass es auch ein Segen sein kann, wenn man etwas nicht genau weiß? Dass man vielleicht Freiraum braucht, den das Unbestimmte schafft? Ich meine, können wir wirklich frei sein, wenn alles genau vermessen und festgelegt ist? Was, wenn wir in einer Welt leben, in der alles exakt, aber falsch ist?»"
1 Wow

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