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Simone Veenstra

Sind dann mal weg

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ZUSAMMENFASSUNG
Tina langweilt sich in der Seniorenresidenz Schafweide zu Tode. Einziger Lichtblick: Die Rätselabende mit dem schmucken Kapitän a.D. Ole Erickson, dem Lebemann Paul, der glamourösen Hedi und dem schüchternen Männi. Doch als Ole eines Abends mitten im Rätselraten tot umfällt, ist der Spaß vorbei. Oles letzter Wunsch war es, dass seine Asche im norwegischen Finnfjordvær ins Meer gestreut wird. Tina und ihre Freunde nehmen die Herausforderung an und machen sich mit Oles Asche auf den Weg gen Norden.
BIOGRAFIE
Simone Veenstra wuchs in Franken auf und studierte Film, Theater und Literatur. Heute lebt sie in Berlin und schreibt Romane, Drehbücher, Hörspiele, für Games und Magazine. Für ihre Geschichten geht Simone Veenstra gerne auf Entdeckungstour - in Archiven, Bibliotheken und am liebsten vor Ort.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
09.10.2017
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783453421509
Sprache
German
Seiten
400
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REZENSIONEN
Bewertet von Harakiri und Ladybug
harakiri
ladybug
Auf dem Abstellgleis? Ganz sicher nicht! Tina, Ole, Paul, Hedi und Männi leben in der Seniorenresidenz Schafsweide. Als Ole unerwartet stirbt, beschließen sie, seinen letzten Wunsch zu erfüllen und ihm in Norwegen eine Seebestattung zu gönnen. Allerdings treffen sie schnell auf Gegenwehr: Der Sohn des Verstorbenen hat eigene Interessen. Kurzerhand wird die Asche geklaut und die Senioren machen sich auf den Weg. Unterstützt von Bestatter Karel, samt Hündchen, entpuppt sich die Reise aber alles andere als einfach. Doch alle Schwierigkeiten werden mit Humor und Listigkeit überwunden und die „Alten“ fühlen sich auf einmal gar nicht mehr so alt. Ein Buch, das eine Lanze bricht. Gegen das Abgeschoben werden im Alter, gegen das Dahinsiechen in Heimen. Wenn es nur immer so wäre! Tina sieht anfangs ja auch nur einen Ausweg: sie will sich aus dem Fenster stürzen. Denn was hält das Leben denn noch für sie bereit? Zum Glück gibt es Freunde und so findet sie neuen Lebensmut. Ich fand die Zeilen sehr schön zu lesen, sie machen irgendwie Mut. Dass mit 70 das Leben noch nicht vorbei ist. Dass auch dann noch viele schöne Tage und Spaß auf uns warten. Schmunzeln musste ich bei einigen Szenen. Die „Alten“ sind wirklich super drauf. Nur manchmal hat es sich etwas gezogen und war auch leicht überzogen. Nichtsdestotrotz: es hat viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Denn die Charaktere sind wie aus dem Leben gegriffen und man kann sich gut mit ihnen identifizieren.
Wow
Mut zu neuen Lebensabschnitten und Veränderungen In der Seniorenresidenz Schafweide fühlt sich Tina nicht glücklich. Doch dann landet sie im Quizteam von Ole, Paul, Hedi und Männi. Die vier füllen ihre Tage wieder mit Sinn aus und nehmen ihr die trüben Gedanken. Doch dann kippt Ole mitten im Quiz tot um. Die Clique trauert, doch wird sie auch sehr schnell wütend, denn Oles Sohn Finn denkt gar nicht daran, Oles Wünsche für die Beerdigung zu erfüllen. Kurzerhand reißen die vier mitsamt Urne und Bestattungsunternehmer aus, um Ole die Beerdigung zu ermöglichen, die er sich gewünscht hat. Unterwegs lernen alle fünf mehr, als sie je geahnt hätten … Simone Veenstra hat hier eine wunderschöne Geschichte erzählt. Ihre Charaktere sind einfach zauberhaft. Sehr schön kristallisiert sich heraus, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, die er leicht korrigiert erzählt, dass alle Träume und Wünsche haben, die sie sich nicht zu erfüllen trauen. Dass Freundschaft wie Glaube Berge versetzen kann und man nie zu alt ist, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, wird sehr schön dargelegt. Die fünf plus Ole sind einfach wunderbare Menschen. Auch wenn man noch weit weg vom Seniorenwohnheim-Alter ist, kann man aus diesem Buch sehr viel für sich mitnehmen. Auch die eigenen Eltern und Großeltern lernt man mit anderen Augen zu sehen, mehr Verständnis aufzubringen und einfach mal ein echtes Gespräch zu führen. Wer denkt schon wirklich darüber nach, wie es ist, wenn man selbst oder die Eltern nicht mehr im eigenen Zuhause leben können und sich in eine völlig anders geartete Gemeinschaft einleben müssen? Richtig gemacht ist es eine Chance, aber in den meisten Fällen wohl tatsächlich eher eine Endstation. Mir gefällt super gut, wie die Autorin dem Leser die Augen dafür öffnet, ohne moralisch zu werden. Sie schlägt quasi eine neue Möglichkeit vor und ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass mein Alter dann auch so oder so ähnlich aussehen wird. Das Buch macht Mut. Gefällt mir! Die alten Leutchen leben so wunderbar auf, schließen - teils zum ersten Mal – Freundschaften und hören auf ihr Herz genauso, wie auf ihren Kopf. So entsteht ein wunderbarer Sea-Trip (on the road sind sie ja nicht immer), auf dem sie selbst und der Leser eine ganze Menge lernen. Die Sprache von Simone Veenstra ist sehr ruhig und sanft, sodass sich das Buch sehr gut und leicht lesen lässt. Wenige Stellen scheinen sich zunächst etwas zu ziehen, doch schnell merkt man, dass es Szenen sind, die einfach nicht kurz und knapp erzählt werden dürfen. Mir sind die Figuren so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sehr traurig war, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Die alten Leutchen fehlen mir nun tatsächlich – und das ist eine Meisterleistung, die ich eindeutig mit fünf Sternen belohnen muss!
Wow
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