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ZUSAMMENFASSUNG
»Der Sensationshund dieser Literatursaison. Selten ist ein Buch so intelligent und witzig!« KulturSPIEGEL Ein außergewöhnlicher Zeitzeuge meldet sich zu Wort: der kleine Foxterrier Sirius. Er wird ins Berlin des Jahres 1938 hineingeboren, als jüdischer Hund im Haushalt der Familie Liliencron. Dies ist seine Lebensgeschichte, angefangen bei den November-Pogromen bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Weltgeschichte - und mittendrin Sirius, der unfreiwillige Held. Erst ist er Emigrant, dann Hollywoodstar, später Zirkusattraktion und schließlich Hitlers Schoßhund. Was für ein Schicksal! Er trifft sie alle, die Reichen, Schönen, Mächtigen: Fred Astaire, Marlene Dietrich, Billy Wilder, Peter Lorre, Conrad Hilton, Jack Warner, Rita Hayworth, Cary Grant, Eva Braun, John Wayne, Albert Speer, Professor Sauerbruch, Frank Sinatra, Hermann Göring, Fritz Lang, Winston Churchill u.v.a.m. Eine irrwitzige Screwball-Comedy - atemberaubend erzählt, zauberhaft poetisch und bei aller abgründigen Komik zutiefst anrührend. »Eine sehr charmante, lustige Farce« Brigitte
BIOGRAFIE
Jonathan Crown, ist das literarische Alter Ego von Christian Kämmerling, einem der führenden deutschen Journalisten. Er war Mitbegründer und Chefredakteur des SZ-Magazin, das in den Neunzigerjahren Furore machte. Das Hörbuch ist bei DAV erschienen.

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
08.04.2016
Ausgabe
Paperback
ISBN
9783462048582
Sprache
German
Seiten
304
Schlagworte
Debüt-Roman, Hollywood, Widerstand, Film-Hund, Berlin, Exil, Juden-Verfolgung, Schicksal, Hitler, Zeit-Reise
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REZENSIONEN
Bewertet von sbs und morningside
sbs
morningside
Der kleine Foxterrier Sirius wurde 1938 als Levi geboren. Schon ein Start in das Leben war alles andere als leicht und einfach. Sein jüdischer Züchter wurde verhaftet und seine Geschwister wurden erschossen. Levi überlebte nur, weil er sich als Kissen tarnen konnte. Der clevere Hund kommt zur Familie von Carl Liliencron, einem Wissenschaftler, der Levi zu seinem Schutz zu Sirius umtauft. Ale Vorsichtsmaßnahmen brachte jedoch nichts, die Familie muss am Ende aus ihrem Haus fliehen und schafft es nach Amerika . Carl wird Chauffeur eines Hollywoodstars. Dabei wird zufällig das Talent des jungen Hundes entdeckt - die Geschichte beginnt und führt den Hund sogar in Hitlers Arme... Der Erzähler ist allwissend und kann selbst die Gedanken des Hundes und eines Baumes widergeben - normal nicht so ganz mein Fall, aber hier liegt die Sache anders! Der Hund ist trotz immer noch authentisch, wie sein ausgeprägter Spieltrieb u.a. zeigt. Intelligent und sehr emphatisch! Nicht zuletzt deshalb ist es interessant den Weg des Hundes mitzuerleben, seinen Aufstieg, einen Fall und einen zweifelhaften Wiederaufstieg - skurril, absurd und gerade deshalb sehr ansprechend! Nazideutschland durch die Augen eines Hundes zu sehen ist (für zumindest für mich) eine ganz neue Erfahrungen gewesen. Das Leben des Hundes ist durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet, die er selbst nicht so recht versteht, aber immer versucht das beste aus seiner Situation zu machen Der Schreibstil ist kurzweilig, Beschreibungen sind ausreichend, aber nicht ausschweifend - ausgenommen einige Passagen im Mittelteil in Amerika. Vielmehr legt der Autor den Fokus auf die Gefühle und das Innenleben der Protagonisten. Sobald bzw. Sofern der Leser die Irritation über einen recht menschlich wirkenden Hund abgelegt hat, kann er der Geschichte des Hundes und seiner Familie gut folgen. Die Spannung hält sich meist in Grenzen, aber dies wird durch den surrealen Humor wettgemacht, außerdem sind in dem Buch Tragödien, Gesellschaftskritik und auch Liebe enthalten. Das offene Ende könnte bedeuten, dass wir nochmal was von Sirius hören!? Ich wäre dabei!
Wow
Das Buch Sirius erzählt einige Jahre im Leben der jüdischen Familie Liliencron, die mit ihrem Foxterrier Levi recht wohlhabend im Berlin der 30er Jahre leben. Levi gerät durch puren Zufall in die Familie hinein und dennoch scheint es irgendwie Fügung des Schicksals zu sein. Er gehört einem ganz bestimmten Zucht-Stammbaum an, in dem die Hunde nach Intellekt selektiv weiter gezüchtet wurden. Dadurch ist er sozusagen hochbegabt und verfügt über Fähigkeiten, die normalen Hunden nicht zu eigen sind. Bspw. versteht er jedes Wort, das Menschen zu ihm sprechen und er versteht auch die Gespräche der Menschen untereinander. Für ihn unverständlicherweise bekommt er jedoch einen neuen Namen, als die Rassegesetze Hitlers vorschreiben, dass jeder Jude seinen Namen zu ändern hat. Um Levi nicht sofort als jüdischen Hund zu outen entschließt sich Prof. Liliencron, ihn in Sirius umzubenennen. Lt. Autor Jonathan Crown - übrigens der Name, den das Familienoberhaupt nach einiger Zeit als neuen Familiennamen in den USA wählt - wurde ihm die ganze Geschichte vom Nachfahren jenes Sirius übermittelt, sodass sie immer ein wenig aus der Sicht des Terriers geschildert scheint. Sozusagen ein Buch eines Hundes. Ich wüsste zu gerne, wie der richtige Name des Autors lautet. Kurz nach der Reichskristallnacht gelingt der Familie die Flucht in die USA. Dort beginnt nun eine wahrhaft abenteuerliche und gleichzeitig auch extrem amüsante und phantasievolle Geschichte, die einen das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen lässt. Sirius wird im Verlaufe zum Filmstar, dem ganz Hollywood zu Füßen liegt und sogar zur Zirkusattraktion bei Barnum & Bailey. Durch einen dummen Irrtum gelangt er wieder zurück nach Deutschland und natürlich wieder nach Berlin. Dort avanciert er zum Schoßhund Hitlers und wird zum Verbündeten des Widerstands - wenngleich leider nicht ganz vollkommen. Natürlich ist dieser Roman frei erfunden, jedoch ist der Ablauf so unterhaltsam und dennoch tlw. auch nachdenklich stimmend. Einerseits rührt er am schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte, was durchaus den Rahmen der ganzen Story ausmacht. Andererseits geht er dabei nicht melodramatisch, sondern relativ nüchtern zu Werke. Das Salz in der Suppe bilden m. E. jedoch die quasi nebenbei auftretenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Angefangen vom Retter des Sohnes Georg, der sich bereits auf dem Weg ins KZ befand - keinem Geringerem als Peter Lorre - über Filmschauspieler wie John Wayne, James Stewart, Humphrey Bogart, Marlene Dietrich - und Filmgrößen wie Billy Wilder, Fritz Lang und Jack Warner - bis hin zu den Mächtigen der Ära wie Conrad Hilton, Winston Churchill, Professor Sauerbruch oder Hermann Göring. So entsteht ein Gesamtkunstwerk, das wirklich unglaublich fesseln und unterhalten kann. Nicht einmal das Ende ist konventionell sondern ausgesprochen pfiffig und beim Film wäre man sicher: Da folgt irgendwann eine Fortsetzung! Der Schreibstil ist dem Genre Unterhaltungsliteratur entsprechend locker und unkompliziert. Eignet sich durchaus auch für Gelegenheitsleser und nicht nur für bücherfressende Leseratten. Dieses Buch wird definitiv mein Geheimtipp für viele Leute, die mal etwas anderes lesen wollen. Von mir gibt es die volle Punktzahl!
Wow
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