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PLATZ 2 DER KRIMIBESTENLISTE APRIL Was geschieht, wenn das Unfassbare geschehen ist? Ein Kind verschwindet. Dabei hat seine Mutter den Jungen nur für wenige Momente aus den Augen gelassen. Die Ermittlungen beginnen und schnell stößt die Polizei auf Verbindungen zu einem weiteren vermissten Jungen. Zum Auftakt seiner neuen Reihe erzählt Krimipreisträger Jan Costin Wagner eine spannungsgeladene Geschichte auf einmalig einfühlsame und literarisch meisterhafte Weise. Die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner machen sich auf die Suche nach dem fünfjährigen Jannis. Zeugen erinnern sich, dass ein Mann mit einem Teddybär auf dem Arm das Kind während des Flohmarkts in der Grundschule angesprochen hat. Schnell wird Ben und Christian klar, dass sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten. Und nicht nur das: es scheint einen direkten Zusammenhang mit der nie aufgeklärten Entführung eines weiteren Kindes in Österreich zu geben. Die beiden Polizisten stoßen auf finstere Abgründe. Jan Costin Wagner verarbeitet gleich mehrere brisante gegenwärtige Themen und rührt dabei tief an in uns allen schlummernden Ängste. Doch das Wagnis gelingt – weil Wagner den Spagat zwischen Empathie und Zurückhaltung beherrscht und literarische Kriminalromane schreibt wie kaum jemand sonst.
BIOGRAFIE

Jan Costin Wagner, Jahrgang 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Seine Romane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet (u. a. Deutscher Krimipreis, Nominierung zum Los Angeles Times Book Prize) und in 14 Sprachen übersetzt. 2020 erschien der Kriminalroman Sommer bei Nacht.

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REZENSIONEN
Bewertet von Lenislesestunden, dasbuecherhaus und andere
lenislesestunden
dasbuecherhaus
miss_mesmerized
Lenislesestunden
Inhalt: Die Ermittler Neven und Sander machen sich auf die Suche nach einem vermissten Kind. Jannis wurde nur wenige Sekunden von seiner Mutter aus den Augen gelassen, doch das reichte für den Mann mit dem riesengroßen Teddy. Der Albtraum jeder Eltern wird wahr und schnell wird klar - es gibt mindestens einen weiteren ungeklärten Fall aus der Vergangenheit, der mit diesem zusammenhängen könnte... Meine Meinung: Als ich dieses Buch beendet und aus der Hand gelegt habe, ist mein Blick zum Zugfenster geschweift und ich brauchte erstmal zwanzig Minuten, um es in Ansätzen zu verarbeiten. Meine Wahrnehmung war plötzlich wie geschärft, alles fühlte sich überdeutlich an. Jan Costin Wagner nimmt sich hier eines Themas an, das bestimmt schon in unzähligen Varianten bearbeitet wurde. Trotzdem glaube ich: so noch nie. Ich weiß nicht ob es richtig ist, einen Schreibstil als "poetisch" zu bezeichnen, wenn er doch so viel Grauen umfasst, doch ich finde kein besseres Wort. Es gab hier kein einfaches Gut und Böse, Schwarz und Weiß, sondern nur Menschen, in all ihren Facetten, auch wenn viele davon dunkel waren. Sowohl die inneren Monologe als auch die Dialoge der Figuren sind unheimlich gut beschrieben und gingen mir teilweise bis ins Mark, obwohl sie häufig mit wenigen Wörtern auskommen und meist viel zwischen den Zeilen zu finden ist. "Sommer bei Nacht" hat mich tief berührt, erschüttert und gefesselt, auch über das Ende der letzten Seite hinaus. Ein Buch, das ich mit Sicherheit niemals vergessen werde und euch sehr empfehlen kann, wenn ihr euch der Thematik gewachsen fühlt.
Wow
dasbuecherhaus
Während eines Schulfestes verschwindet der 5-jährige Jannis spurlos. Nur vage erinnern sich Zeugen an einen Mann, der irgendwie Substanz und konturlos erscheint, auch Videoaufnahmen die den Entführer und das Kind in einer nahegelegenen Tiefgarage zeigen geben nicht viel her. Ein Teddybär der am Tatort zurückblieb, führt die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner zu weiteren Vermisstenfällen. Meine Meinung: Sommer bei Nacht, ist nach Sakari lernt durch Wände zu gehen, das zweite Buch Jan Costin Wagners, das ich gelesen habe und wieder übersteigt das Gefühl, das ich beim Lesen hatte meine Sprachgewandtheit um ein vielfaches, so das ich Probleme habe sie in Worte zu fassen. Von der ersten Seite hatte ich das Gefühl als Beobachter dabei zu sein, ganz nah dran, getrennt durch eine Scheibe, welche die Worte und Gedanken der Protagonisten zwar klar und deutlich zu mir durchdringen ließen, sie aber gleichzeitig etwas dämpfte. Die Handlung ist nicht neu, weder im realen Leben noch in Büchern, aber sie einfach fantastisch erzählt. Nach und nach lernen wir die Ermittler Ben und Christian näher kennen, wobei die Leser Geheimnisse erfahren, die besser nie ans Licht kommen. Ich habe eine Stelle mindestens dreimal gelesen und war bis zu einer weiteren Erklärung trotzdem davon überzeugt mich geirrt zu haben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich mag sowohl Ben als auch Christian, sie ermitteln strukturiert und sie lassen sich nicht von eigenen Gefühlen leiten, manchmal scheinen sie es an Mitleid für die Eltern des Kindes fehlen zu lassen, aber ich denke das täuscht. Unterstützt werden sie von Landmann, einem ehemaligen Kollegen der ihnen hilft aus den wenigen Informationen zu Täter ein Profil zu erstellen, darin ist er gut, nur in seinem eigenen Umfeld versagt er kläglich, damit habe ich jetzt nicht zu viel verraten, denn das passiert in einer für den Fall eigentlich unwichtigen Nebenhandlung. Aber es zeigt wie wichtig ein gewisser Abstand ist, um Zusammenhänge zu erkennen. Der Entführer wird von den wenigen Zeugen als flauschig beschrieben, er scheint unauffällig und harmlos, während Ben und Christian fieberhaft nach ihm suchen, lernen wir ihn etwas besser kennen. Mütter kleinerer Kinder werden nach der Lektüre noch besser auf diese aufpassen, dass abgrundtief Böse lauert nicht im Verborgenen, manchmal steht es im Sonnenschein direkt neben uns und wir sehen es doch nicht. Mein Fazit: Absolut lesenswerter Auftakt einer Reihe, die ich auf jeden Fall weiterlesen werde.
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miss_mesmerized
Kurz vor den Sommerferien besucht die Familie noch den Flohmarkt in der nahegelegenen Grundschule in Wiesbaden-Biebrich. Nur einen Moment ist die Mutter unaufmerksam und da ist der 5-jährige Jannis auch schon verschwunden. Das einzige, was am Tatort übrigbleibt, ist ein Teddybär – der jedoch nicht Jannis gehört. Christian Sandner und Ben Neven übernehmen die Ermittlungen, die jedoch nur wenige Spuren zutage fördern. Es scheint jedoch einen ähnlichen Fall in Österreich gegeben zu haben und sie ziehen auch ihren ehemaligen Kollegen Landmann zurate, der den jungen Kommissaren üblicherweise gute Tipps geben kann. Doch der Junge bleibt verschwunden, denn der Täter und sein Mentor haben die Lage im Griff. Die Zeit rast und je mehr der Druck steigt, desto mehr müssen sich auch die Ermittler ihren eigenen Dämonen stellen. Jan Costin Wagner ist schon seit Jahren eine feste Größe unter den deutschen Krimiautoren, mit seiner Kimmo Joentaa Reihe hat er seiner Wahlheimat Finnland ein literarisches Denkmal gesetzt, nun kehrt er nach Hessen zurück, wo er den schlimmsten Alptraum aller Eltern wahr werden lässt. Die einzelnen Kapitel begleiten die unterschiedlichen Figuren, wobei die Spannung nicht dadurch entsteht, dass man rätselt, wer der Mörder ist, dieser ist von Beginn an bekannt, die Frage ist viel eher, ob die Polizei ihn entlarven kann und wie Neven und Sandner bei diesem Fall mit ihren Emotionen fertig werden. Der eine von ihnen muss seine eigenen pädophilen Neigungen in den Griff bekommen, der andere hat den lange zurückliegenden Tod seiner damaligen Freundin immer noch nicht verarbeitet, der nun durch die Begegnung mit einer jungen Frau wieder voll in sein Bewusstsein gerät. „Sommer bei Nacht“ ist kein klassischer Kriminalroman, es entsteht nicht die nervenaufreibende Spannung, auch ist man als Leser nicht in der Situation Spuren zu deuten und beim Lesen mit zu ermitteln. Der Roman ist viel eher psychologisch nah an den Figuren und zeigt, was ein solch extremer Fall mit ihnen macht: die Eltern des entführten Kindes, die Schwester des Jungen, die Ermittler, aber auch die Täter gewähren Einblick in ihr Innerstes, das den anderen Figuren verborgen bleibt. Sie alle kämpfen mit den Rollen, die sie für die Außenwelt spielen müssen und die oft weit von ihren Emotionen entfernt sind. Thematisch ist der Roman – leider – hochaktuell, zeigt er doch Parallelen zu den Missbrauchsfällen von Lügde und Bergisch Gladbach, die viele Jahre unentdeckt blieben. Vor allem konnte mich die Darstellung des Haupttäters überzeugen, der dem Profil der Statistiken und nicht den oft weit verbreiteten Fehlannahmen entspricht. Er kann unbehelligt unter uns leben und wird dadurch besonders gefährlich. Ein großes Plus gibt es dafür, dass das Leid der Kinder völlig ausgespart wird, man kann es sich vorstellen und muss es nicht noch detailliert nachlesen. Ein eher psychologisch interessanter, literarischer Krimi, der viel Raum für eigene Gedanken zwischen den Zeilen lässt.
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