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Ulrike Renk

Tage des Lichts

Historische Romane
Ist Teil der Reihe
Die große Seidenstadt-Saga
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4.5/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Die Hoffnung dieser Tage. England, 1939. Ruth hat es geschafft – sie hat die nötigen Papiere für ihre Familie besorgt, die endlich nach England ausreisen darf. Zusammen wollten sie alles in Bewegung setzen, um ihre Verwandten noch nachzuholen. Aber dann erklärt England Deutschland den Krieg. Ruth wähnte sich bislang in Sicherheit, aber was geschieht, wenn die Deutschen das Land nun angreifen? Sie setzt alles daran, dass sie zusammen nach Amerika fliehen können. Doch der Krieg droht ihre Pläne zunichtezumachen ... Bestsellerautorin Ulrike Renk erzählt eine dramatische Familiengeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.
BIOGRAFIE

Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Familiengeschichten haben sie schon immer fasziniert, und so verwebt sie in ihren erfolgreichen Romanen Realität mit Fiktion.

Im Aufbau Taschenbuch liegen ihre Australien-Saga, die Ostpreußen-Saga, die ersten drei Bände der Seidenstadt-Saga und zahlreiche historische Romane vor.

Mehr Informationen zur Autorin unter www.ulrikerenk.de.  

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
21.01.2020
Ausgabe
eBook
ISBN
9783841217417
Sprache
German
Seiten
576
Schlagworte
Große Liebe, USA, Seidenstadt Saga, Vertreibung, krefeld, 2. Weltkrieg, Flucht, Emigranten
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REZENSIONEN
Bewertet von Gudrun W., schafswolke und 3 andere
gudrun
schafswolke
mabuerele
dreamworx
hasirasi2
Das Cover lässt gleich Rückschlüsse auf die Autorin, wie auch auf die spezifische Saga, zu. Hier stimmen alle Details, denn die Farbgebung, wie auch die Bebilderung gaben einen Einblick in die damalige Zeit. Die Blumen im Vordergrund sind dann noch das i-Tüpfelchen obendrauf. Der Schreibstil hat mich gleich von der ersten Seite an mitgerissen. Dass hier noch bis zum Ende eine Steigerung möglich wäre, hätte ich nicht gedacht, weil eben das Level ohnehin schon hoch war. Aber, da wurde ich eines Besseren belehrt, denn die Vorkommnisse und die Darstellungen haben sich bis zum Ende dieses Bandes stetig gesteigert. Ach herrje, wie soll ich denn die Wartezeit bis zum Folgeband nur überbrücken ? !.....; D Die Vorgängerbände waren mir auch gleich wieder komplett greifbar, denn die Autorin hat alles so gut verknüpft, dass die Erinnerungen sofort da waren. Die Charaktere haben mich ebenfalls wieder voll und ganz für sich eingenommen. Wenn ich mir da vorstelle, dass diese Geschichten auf wahren Begebenheiten beruhen, ist alles noch intensiver. Mein Fazit: auch der 3. Teil hat mich wieder komplett in den Bann gezogen
Wow
schafswolke
Die Geschichte einer jüdischen Familie - Teil 3 England, 1939. Ruth versucht von England aus alles, um ihre Familie aus Deutschland herauszuschaffen, doch die Lage spitzt sich tagtäglich weiter zu. Als England Deutschland den Krieg erklärt, wird die Ungewissheit immer größer und keiner weiß, wie es den Juden ergehen wird. Ulrike Renk erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Meyer auf eine leise, behutsame Art und Weise. Die Saga beruht auf wahren Begebenheiten. Ruth Meyer und ihre Familie gab es wirklich, trotzdem ist es aber auch ein Roman. Wer die anderen Teile gelesen hat, der weiß in etwa was einen erwartet. Ruth steht bei der Geschichte stark im Fokus, man erlebt mit ihr den Alltag auf dem Hof in einem kleinen Dörfchen. Es passiert hier nicht die große Dramatik, auch ansonsten geht es eher ruhig zu, aber man spürt die ständige Anspannung der Menschen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieg. Für mich reicht hier der eher ruhige Erzählstil, denn das macht Ruth und ihre Familie so echt und bringt sie einem nahe, man merkt, wie diese ständige Anspannung teilweise lähmt, aber irgendwie muss das Leben ja trotzdem weitergehen. Ich finde, dass solche Bücher gut dazubeitragen, sich mit der Geschichte zu beschäftigen, gleichzeitig ist es ein angenehm zu lesender Roman, für mich eine gute Kombination. Wieder ein guter Teil dieser Familiengeschichte, der allerdings dieses Mal ein paar Längen hat und dadurch von mir 4 Sterne bekommt.
4 Wows
„...Warum tut niemand etwas dagegen? Die Welt müsste doch aufstehen, müsste sich erheben gegen Hitler und seine Schergen...“ Es sind Ruths Worte, Worte einer vorsichtigen Anklage. Die 18jährige Ruth ist Jüdin. Ihr ist es 1939 gelungen, eine Anstellung in England zu bekommen. Nun setzt sie alle ihre Kraft dafür ein, ihre Eltern und ihre jüngere Schwester Ilse nachzuholen. Ihr bleibt nur wenig Zeit, dann ist eine Entlassung ihres Vaters aus dem KZ nicht mehr möglich. Es handelt sich um den dritten Teil der Familiensaga. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, hatte ich kein Problem der Handlung zu folgen. Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Er ist ausgereift und gibt die Zeitverhältnisse anschaulich wieder. Ruth ist in einer wohlhabenden Familie aufgewachsen. Ihr Leben in England stellt sie vor völlig neue Anforderungen. Sie ist Hausmädchen, Kindermädchen, Köchin und Magd auf einem Bauernhof. Olivia, die Bäuerin, hat die Arbeit nicht erfunden. Sie wähnt sich als etwas Besseres. Allerdings weiß sie, dass die Arbeit für Ruth überlebenswichtig ist – und das nutzt sie gnadenlos aus. Freddy, der Bauer, dagegen zollt Ruth Anerkennung und steht ihr in wichtigen Situationen zur Seite. Ruth schickt sich in ihr Los. Ihrer Schwester Ilse gegenüber äußert sie später: „...Ich mache es auch für euch, aber erst einmal mache ich es wohl für mich. Ohne diese Arbeit wäre ich nicht hier. Ich. Und es war bis zuletzt nicht klar, ob ihr würdet kommen können...“ Ruths Sehnsucht nach der Familie ist in jeder Szene spürbar. Auch nach deren Ankunft in England wohnen sie weit von ihr weg. Ruth ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt an ihre Arbeitsstelle gebunden. Doch mit der Zeit gewinnt sie an Selbstbewusstsein. Mit einem aber hatte sie nicht so gerechnet. Selbst in England trifft sie auf Antisemitismus. Treffend ist ein Gespräch, dass sie im Zug mit einem jungen Mann führt: „...Nein, Sie haben mich nicht beleidigt. Sie haben mich in eine Schublade gesteckt und das, ohne mich zu kennen...“ Bei dieser Zugfahrt haben beide viel voneinander und zum Thema Vorurteile gelernt. Und dann beginnt der Krieg. Ruths Angst nimmt zu. Sie möchte so weit weg wie möglich und hofft, dass eine Weiterreise nach Amerika möglich ist. Gleichzeitig erfahre ich, wie sich England auf den Krieg vorbereitet. Im Dorf ist es die Hauptaufgabe, so viele Vorräte wie möglich anzulegen. Bei Fliegeralarm legt man sich in einen Graben. Zu einem der sprachlichen Höhepunkte gehört Ruths Gespräch mit Edith. Die ist ebenfalls Jüdin, kann sich aber für andere Familien einsetzen, weil ihr Mann für die britische Regierung arbeitet. Sie erklärt Ruth: „...Die jüdische Seele unterscheidet sich von allen anderen Seelen. Wir sind keine Rasse, kein Volksstamm mehr, wir teilen einen Glauben, und mit dem Glauben teilen wir auch ein Schicksal...“ Ab und an lässt mich die Autorin einen Blick nach Krefeld werfen, wo der Rest der Familie und gute Bekannte leben. Es sind Blicke auf eine Welt von Angst, Ausgrenzung und Diskriminierung. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich werde mit Sicherheit die ersten Bände noch lesen. Mit den letzten Worten aus dem nachwort möchte ich meine Rezension beenden: „...Lassen Sie nie wieder das geschehen, was damals hier passiert ist, und es sollte nirgendwo in der Welt geschehen. Niemals mehr...“
4 Wows
Hoffnung ist ein Licht in dunkler Nacht 1939. Während der Krieg kurz bevor steht, hat die Jüdin Ruth Meyer mit Einfallsreichtum einen Job als Dienstmädchen in Frinton-on-Sea bei der Familie Sanderson auf deren Hof ergattert und hofft, dass ihre Familie bald nach England kommen kann, denn die dafür nötigen Papiere hat sie inzwischen alle besorgt. Die Verlegung ihres Vaters nach Dachau bringt neue Probleme mit sich, doch Ruth kämpft sich durch und kann in letzter Minute alles regeln. Während die Sandersons ihre eigenen Probleme haben, die auch auf den Alltag von Ruth abfärben, macht England Deutschland eine Kriegserklärung, und die Situation spitzt sich zu. Nun hofft Ruth, dass sie mit ihrer Familie nach Amerika übersiedeln kann, aber die Zeit wird knapp und immer wieder werden ihnen allen Steine in den Weg gelegt… Ulrike Renk hat mit „Tage des Lichts“ den dritten Band ihrer Seidenstadt-Saga vorgelegt, der sich nahtlos an den Vorgänger anschließt und das Leben von Ruth Meyer und ihrer Familie wieder lebendig werden lässt, handelt es sich doch hier um eine auf Tatsachen beruhende Romanserie. Der Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll und farbenfroh, der Autorin gelingt es erneut, den Leser schnell an die Seiten zu fesseln, um Ruth in dieser für sie schicksalhaften Zeit wie ein Schatten zu folgen und ihre Sorgen und Nöte mit ihr zu teilen, während die Welt aus den Angeln gehoben wird. Die akribische Recherche der Autorin ist eine echte Bereicherung für die Handlung, denn während man der Lektüre folgt, hat man als Leser immer im Hinterkopf, dass es diese Menschen wirklich gegeben hat und was sie alles durchmachen mussten. Zudem wurde der geschichtliche Hintergrund wunderbar mit der Handlung verknüpft, so dass man neben der politischen Lage auch die gesellschaftlichen Entwicklungen miterlebt. Der Leser watet durch ein Meer an Emotionen, denn nicht nur das Schicksal der Familie Meyer geht ans Herz, auch die Kriegsumstände liegen einem während der Lektüre im Magen, weiß man doch nicht nur durch den Geschichtsunterricht, was mit den Menschen damals passiert ist. Die Charaktere haben sich weiterentwickelt und wirken lebendig und realitätsnah. Gerade, weil es sich hier um die Geschichte einer realen Familie handelt, deren wahre Geschichte mit fiktiven Elementen verbunden wurde, kommt der Leser den Protagonisten so nah wie nur möglich und fiebert mit ihnen, ob sie es alle schaffen werden. Ruth hat sich von einem doch eher verwöhnten jungen Ding zu einer starken, mutigen Frau gemausert, die die Ärmel hochkrempelt und für die kämpft, die ihr wichtig sind. Sie ist sich für nichts zu schade, versucht durch harte Arbeit ihre Einsamkeit und ihre Angst zu unterdrücken. Dabei hält sie den Rücken gerade und strahlt nach außen Stärke aus. Olivia ist eine schreckliche Frau, die andere erniedrigt, damit es ihr besser geht. Freddy ist das Gegenteil seiner Frau, hat ein Herz und steht für andere ein. Edith Nebel ist eine Seele von Mensch, selbstlos, hilfsbereit und mit einem großen Herzen ausgestattet. Ebenso können weitere Protagonisten mit ihren Auftritten überzeugen und geben der Geschichte Authentizität. „Tage des Lichts“ ist eine wunderbare Fortsetzung der Seidenstadt-Saga, der den Leser von Anfang bis Ende in Atem hält und auf eine Achterbahn der Gefühle schickt. Wieder einmal hervorragend erzählt und mit einer absoluten Leseempfehlung ausgestattet!
1 Wow
Heimatlos „Sie machte die Arbeit nicht gern, aber sie machte sie sorgfältig, weil diese Arbeit ihr ein Leben in einem Land ohne Nazis und ohne offenen Hass gegen Juden erlaubte.“ (S. 78) August 1939: Ruth lebt und arbeitet auf dem Hof der Sandersons in Frinton-on-Sea, damit sie ihre Arbeitsvisum nicht verliert und ihre Familie nachholen kann. Die Situation ist schwierig, die Ehe ihrer Arbeitgeber Olivia und Freddy nicht glücklich. Olivia hatte sich mehr vom Leben erhofft und behandelt Ruth wie eine Leibeigene, zum Glück setzt sich Freddy oft für sie ein. Ruth, die früher selber Bedienstete hatte, muss jetzt alles machen, was an Haus- und Hofarbeit anfällt. Sie steht vor allen anderen auf und geht als letzte ins Bett. Außerdem plagt sie die Sorge, ob die Unterlagen, die sie nach Deutschland geschickt hat, um ihren Vater aus Dachau herauszuholen, wirklich angekommen sind und ihre Familie endlich auf dem Weg nach England ist. Sehnsüchtig wartet sie auf den erlösenden Anruf. „Tage des Lichts“ ist der dritte Teil der Seidenstadt-Saga und beruht auf den wahren Erlebnissen der Jüdin Ruth Meyer. Ulrike Renk hat es wieder geschafft, mich von der ersten Seite an in die Geschichte zu ziehen und nicht mehr loszulassen. Sie schreibt so fesselnd, dass ich beim Lesen die Zeit vergessen und das Buch erst weit nach Mitternacht aus der Hand gelegt habe. Der größte Teil des Buches spielt auf dem Hof der Sandersons, trotzdem bekommt man einen sehr guten Einblick in die sich ändernde politische Lage und Entwicklungen in der Welt und wie diese sich auf alle Bereiche niederschlagen. Zudem erfährt man so aus erster Hand, wie sich die Menschen fühlen und was sie denken. Die Älteren erinnern sich noch an den ersten Weltkrieg und können sich nicht vorstellen, dass es nur 20 Jahre später zum nächsten kommen soll. „Hat denn keiner aus der Geschichte gelernt?“ (S. 483) Ruth hatte gehofft, in England endlich in Sicherheit zu sein, doch jetzt rückt der Krieg unaufhaltsam näher. „Es fühlt sich so an, als wären wir losgerissen worden und würden nur immer weiter und weiter getrieben werden.“ (S. 399) Werden sie es nach Amerika schaffen, bevor die Nazis sie alle umbringen? Ruth hat eine große Entwicklung hinter sich. Aus dem verwöhnten, blauäugigen Mädchen mit dem Kopf in den Wolken und voller Träume von der großen Liebe, ist eine tatkräftige und zupackende junge Frau geworden, die alles daransetzt, ihre Familie vor den Nazis zu retten. Sie hat Angst, ist sehr einsam und vermisst ihre Familie und Freunde. Zudem muss sie sich immer öfter gegen die Anschuldigungen wehren, dass sie ja eine Deutsche und damit automatisch ein Nazi wäre. Ich habe jedes Mal mit ihr mitgefühlt und bewundert, wie sie das alles aushält. Besonders Olivia macht ihr das Leben schwer, wofür ich diese lange Zeit nicht gemocht habe. Sie wirkte überheblich und dumm, bis mir klar wurde, dass sie es einfach nicht besser wusste und der Propaganda glaubte, dass die Juden ihren Reichtum in Deutschland nur verstecken haben und jetzt nach England kommen, um dort die Herrschaft zu übernehmen! Einen großen Eindruck hat wieder Edith Nebel bei mir hinterlassen. Sie ist ebenfalls Jüdin und eine ehemalige Deutsche, die Ruth eine große Stütze ist und selbstlos so viele Juden wie möglich zu retten versucht. „Tage des Lichts“ hat mich wieder sehr berührt. Ich habe mit Ruth gezittert, gebangt und gehofft und bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht. „Wir sind noch auf der Reise und wahrscheinlich noch lange nicht am Ziel angekommen. Vielleicht werden wir das auch nie wieder.“ (S. 230)
Wow

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