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Frank Goldammer

Tausend Teufel

Ist Teil der Reihe
Max Heller,
dtv- premium
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4.5/5
2 Bewertungen
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ZUSAMMENFASSUNG
Der zweite Fall für Max Heller Dresden 1947: Im zweiten Jahr nach Kriegsende gehört die Stadt zur sowjetischen Besatzungszone und ist nach wie vor eine Trümmerwüste. Im klirrend kalten Winter wird das Leben beherrscht von Wohnungsnot, Hunger und Krankheit. Oberkommissar Max Heller wird von der neu gegründeten Volkspolizei an einen Tatort in der Dresdner Neustadt gerufen. Doch bevor er mit den Ermittlungen beginnen kann, wird der tot aufgefundene Rotarmist vom Militär weggeschafft. Zurück bleiben eine gefrorene Blutlache und ein herrenloser Rucksack, in dem Heller eine grauenhafte Entdeckung macht: den abgetrennten Kopf eines Mannes ...
BIOGRAFIE
Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren und ist gelernter Maler- und Lackierermeister. Neben seinem Beruf begann er mit Anfang zwanzig zu schreiben, verlegte seine ersten Romane im Eigenverlag. Mit >Der Angstmann<, Band 1 der Krimiserie mit Max Heller, gelangte er sofort auf die Bestsellerlisten. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.
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REZENSIONEN
Bewertet von claudi-1963, kimvi und 2 andere
claudiastückner
kimvi
cassiopeia
oneofthefoxes
claudi-1963
"Der Krieg ist die Mutter allen Elends, er ist ein großer Wüterich gegen das Leben und die Seele." (Franziskus) Dresden 1947: Nach Ende des Kriegs herrscht in Dresden noch immer das Chaos. Die Stadt ist zerstört, Hunger, Not, Krankheiten und Kälte bestimmen momentan diese Zeit. Oberkommissar Max Heller und sein Kollege Werner Oldenbusch gehören nun der neu gegründeten Volkspolizei an. Max und Karin warten auf die Rückkehr ihres Sohnes Klaus, als er zu einem Tatort in die Neustadt gerufen wird. Ein russischer Soldat wurde tot aufgefunden, doch ehe Max und seine Kollegen ermitteln können wird dieser von der russischen Armee abtransportiert. Da sehen sie wie sich ein junges Mädchen, in der Nähe des Tatorts an einem Rucksack zu schaffen macht. Die junge Frau kann entkommen, doch zurückbleibt der einsame Rucksack der beim Öffnen etwas Grausames offenbart, ein abgetrennter Kopf. Wer ist der Tote, von dem sie nur den Kopf haben und was wollte das Mädchen mit dem Rucksack? Damit Max Heller ermitteln kann, muss er sich mit dem russischen Offizier Ovtschorov gut stellen, dieser würde es gerne sehen, wenn Max in die Partei eintreten würde. Doch Max bleibt weiterhin dabei mit Politik und Partei sollte ein Polizeibeamter nichts zu tun haben. Als zu dem Toten noch weitere Anschläge auf Lokale und es noch mehr Tote gibt, weiß Max das er die nächste grausame Seite Dresdens offenbart wird. Meine Meinung: Ich kannte den Autor schon von seinem ersten Roman "Angstmacher" der ebenfalls in der Kriegszeit in Dresden spielt und bei dem Max Heller schon ermittelt hat. Dieses Buch hat mich damals schon total fasziniert, darum wollte ich auch unbedingt das nächste lesen. Selten habe ich so einen guten Autor erlebt, der mit so einer Hingabe und Intensität schreibt, das man das Gefühl hat, er habe in dieser Zeit gelebt. Wahrscheinlich schlüpft er selbst in die Rolle als Max Heller und erlebt in seiner Fantasie diese Dinge, die er später zu Papier bringt. Wie schon bei seinem Vorband hat mich auch dieses Buch zu 100 % überzeugt. Die Mischung aus historischen Begebenheiten, bei denen man das pure Elend, den Hunger und die Not der Menschen miterlebt ist einmalig. Dazu noch ein grandioser Kriminalfall, der bis zum Ende offen lässt, wer der oder die Täter sind. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Max Heller, der mir wie auch seine Frau Karin inzwischen ans Herz gewachsen sind. Das ganze Elend, das in diesem Buch aufgegriffen wird, hat mich auch diesmal wieder emotional mitgerissen. Der Schauspieler Heikko Deutschmann bringt durch seine warme, angenehme Stimme dieses Buch zu einem wahren, meisterhaften Hörerlebnis. Dieses Hörbuch muss man einfach gehört haben, es bekommt von mir 5 von 5 Sterne und eine Empfehlung.
1 Wow
Im Winter 1947 herrscht klirrende Kälte in Dresden. Mittlerweile gehört die Stadt zur sowjetischen Besatzerzone. Noch immer prägen zerbombte Häuser und Trümmerfelder das Stadtbild. Es gibt kaum Wohnraum und die Menschen leiden Hunger und werden von Krankheiten heimgesucht. Es brodelt unter den Bewohnern, denn sie sind unzufrieden. Viele haben Angst vor den Sowjets und stehen ihnen deshalb misstrauisch gegenüber. Oberkommissar Max Heller und sein Kollege Werner Oldenbusch gehören mittlerweile der neu gegründeten Volkspolizei an. Als die Leiche eines ermordeten sowjetischen Offiziers gefunden wird, werden die beiden mit den Ermittlungen betraut. Das Militär transportiert den Toten einfach ab, doch in der näheren Umgebung stößt Max Heller auf einen Rucksack, in dem sich der abgetrennte Kopf eines Mannes befindet. Max Heller beginnt gewissenhaft zu ermitteln, doch das ist gar nicht so einfach, da er von den Besatzern genau beobachtet und an der langen Leine gehalten wird...... "Tausend Teufel" ist nach "Der Angstmann" der zweite Fall für Max Heller. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können die Bände allerdings unabhängig voneinander gelesen werden. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sind nicht erforderlich, um die aktuellen Ermittlungen zu verfolgen. Der Einstieg in diesen historischen Kriminalroman gelingt mühelos. Denn der Autor versteht es hervorragend, die damalige Zeit zum Leben zu erwecken. Man kann die klirrende Kälte, die zum Zeitpunkt der Handlung herrscht, förmlich spüren. Die Dresdner Bevölkerung leidet Hunger, der Schwarzmarkt blüht, Krankheiten und mangelnder Wohnraum machen ihnen ebenfalls das Leben schwer. Und dann ist das noch das Misstrauen und die Angst, gegenüber den sowjetischen Besatzern. All das wird so glaubhaft und detailliert in die Handlung eingeflochten, dass die Hintergrundkulisse mühelos zum Leben erwacht. Max Heller bleibt sich auch in diesem Band treu. Der sympathische Hautprotagonist setzt, trotz aller Widrigkeiten, alles daran, den Fall aufzuklären. Die Ermittlungen sind durchgehend interessant und man begibt sich gemeinsam mit Max Heller auf Spurensuche. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und deshalb bleiben Täter und Motiv lange im Dunkeln. Auch die Nebenhandlungen sind interessant und sorgen dafür, dass man einen guten Einblick in die damalige Zeit und die Nöte und Sorgen der Protagonisten bekommt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und mag es kaum aus der Hand legen. Ich habe mich beim Lesen dieses Kriminalromans ausgesprochen gut unterhalten. Denn die damalige Zeit erwachte für mich zum Leben, die Suche nach dem Täter war durchgehend interessant und die Auflösung nicht vorhersehbar. Die beeindruckende Hintergrundkulisse macht das Buch für mich zu einem besonderen Highlight und deshalb bekommt "Tausend Teufel" auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch alle fünf Sternchen.
1 Wow
Auch dieser Teil der historischen Krimireihe besticht durch die Darstellung der Lebensumstände im Dresden des Jahres 1947. Im nachkriegsgebeutelten Dresden jagt Kommissar Heller einen Mörder, der es scheinbar auf Angehörige der Roten Armee abgesehen hat. Hunger und Kälte im 2. Nachkriegswinter stellen ihn dabei auf eine harte Probe. Die Schilderung der Geschehnisse die durch die Besatzungstruppen der Roten Armee ereignen, werden fesselnd erzählt. Auch die politischen Machenschaften die im verborgenen ablaufen wirkten real und nachvollziehbar. Doch bleibt auch durch das intensive „Politisieren“ der eigentliche Krimi etwas auf der Strecke. Die Figur Heller und seine private Situation wird weiter ausgebaut, und dadurch wird dem Leser die Lage des „kleinen Mannes“ und seine Mühen den Tag zu überstehen nahegebracht. Um die Verhältnisse der handelnden Figuren nachvollziehen zu können, sollte man den 1. Teil gelesen haben. Zusammenfassend ergibt sich ein anständiger Krimi, der durchaus seine Reize hat, aber leider nicht ohne kleine Schwächen auskommt. Mich hat dieser historische Roman gut unterhalten und ich kann ihn durchaus empfehlen und vergebe 4 von 5 Sterne.
Wow
Tausend Teufel... Ich habe mich lange gefragt was dieser Titel wohl bedeutet. Doch gegen Ende des Romans wird darauf hingewiesen und ich finde, dann macht er nicht nur Sinn, sondern fasst auch durchaus zusammen, wie sich wohl vor allem Überlebende des Holocaust im Deutschland der unmittelbaren Nachkriegszeit (und auch später) gefühlt haben könnten. Umgeben von all den Menschen, die Schuld in irgend einer Weise auf sich geladen hatten und so taten, als ob das alles immer andere gewesen seien. Eindringlich schildert Goldammer einen Mordfall, der, wenn man genau hinsieht, kaum etwas mit den Mordopfern zu tun hat, dafür umso mehr mit den aufgebrochenen gesellschaftlichen Strukturen so kurz nach dem Krieg. Ich finde das man sich die zerstörte Stadt und ihre Menschen sehr gut vorstellen konnte und immer mitten im Geschehen war, wenn Heller wieder einmal quer durch die Stadt ermittelt. Manchmal ist Heller aber eine Figur die ich etwas arg hinkonstruiert finde. Dieses Thema vom guten Deutschen, ist so eine Sache. Ja einerseits ist es so, er ist prinzipientreu und ließ sich weder von den Nationalsozialisten noch jetzt von den sowjetischen Offizieren beeindrucken. Aber ich finde dahinter zeigt sich auch das er im Grunde trotzdem mitgemacht hat. Wenn auch anders, als viele andere. Ich fände es aber gut, wenn das auch stärker thematisiert worden wäre. Heller kommt mir manchmal etwas zuu heil weg, auch wenn ich ihn ansonsten mag. Diese Ambivalenz wäre eigentlich interessant und macht z.B Figuren wie Gernot Rath von Volker Kutscher erst so vielschichtig. Zurück zum Mord. Durch die vielen Geschichten, die der Roman zu erzählen hat, tritt der Mordfall selbst leider etwas in den Hintergrund. Ich finde hi und da verliert sich "Tausend Teufel" zu sehr in diesen Figuren. Das sorgt auch dafür, das am Ende alles sehr schnell gehen muss. Auf einmal hat man mehrere Verdächtige, die irgendwie abgefrühstückt werden müssen. An dieser Stelle zeigt sich wieder etwas, das ich schon beim Erstling von Goldammer nicht so gut fand. Wieder fand ich das Ganze arg überzogen. Obwohl ich vor allem die Motive hinter den Morden glaubwürdig fand und auch der Mörder selbst logisch aufgebaut war. Es war nur einfach am Ende etwas zu viele falsche Fährten, die chaotisch wirkten - das passt zwar in die Zeit und die Zustände, wirkt beim Lesen an dieser Stelle aber eben nicht ganz rund. Zudem war es meiner Meinung nach, leicht zu durchschauen. Ich gebe auch zu, das ich fand, der Autor hätte sich beim Täter ruhig mehr trauen können. Eine andere Lösung, die einen der andren verdächtigen Personen betrifft, wäre zwar noch tragischer gewesen, aber andererseits interessanter. Trotzdem, ich mochte den Roman und fand "Tausend Teufel" insgesamt schon gut. Manchmal fallen mir eben stärker die Dinge auf, die mir nicht so gut gefallen haben. Die große Stärke liegt auf jeden Fall in der Darstellung der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Beschreibung der Zustände und der Menschen, das war so lebendig beschrieben, als sei ich gerade mittendrin. Insgesamt macht es sich Goldammer mit seinen Figuren nicht so leicht, es gelingt ihm meiner Meinung nach vor allem die allgemeine Heuchelei gut heraus zu arbeiten. Keiner wills auf einmal gewesen sein. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was eigentlich mit all denen passiert ist, die noch zu jung waren um die Zeit vor 1933 mit erlebt zu haben und nichts anderes kennen, als die nationalsozialistische Regierung und das dazugehörige Weltbild nicht hinterfragen können. Hier ist nichts einfach nur schwarz und weiß.
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