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ZUSAMMENFASSUNG
Noch nie wurde so viel gereist wie heute. Und doch ist die Sehnsucht, sich in der Welt zu verlieren, nicht gestillt, hat sich das Reisen trotz Massentourismus eine eigene Poesie bewahrt. Aber was heißt es, in dieser rasenden und zunehmend vernetzten Welt ein Wanderer, ein Körper in Bewegung zu sein? Was heißt es, nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen? Unrast ist eine Wundertüte voller Geschichten, Mythen, Lebensbekenntnisse, Notizen und Gedanken über das Reisen und die Verbindung zwischen Seele und Körper, über Leben und Tod, Bewegung und Sein, Entwurzelung und Migration.Da ist die Ich-Erzählerin, die unentwegt auf Wanderschaft ist, zu Fuß, im Auto, im Flugzeug oder gar in Gedanken. Oder Eryk, den es als Fährmann in den hohen Norden verschlagen hat und der irgendwann mit seinen verdutzten Passagieren Kurs aufs offene Meer nimmt. Da ist der junge Mann, der langsam dem Wahnsinn verfällt, als seine Frau und sein Kind während eines Urlaubs plötzlich verschwinden, um ebenso plötzlich wieder aufzutauchen. Und schließlich Chopins Schwester, die ihren Bruder abgöttisch geliebt hat und nun sein Herz auf eine allerletzte Reise nach Warschau begleitet. Unrast ist ein Potpourri unterschiedlichster Geschichten, die aber, wie der Leser bald ahnt, einem geheimen Fahrplan folgen und eine gemeinsame Destination haben.
BIOGRAFIE
OLGA TOKARCZUK, 1962 im polnischen Sulechów geboren, studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Sie ist eine der bekanntesten polnischen Autorinnen der Gegenwart. Ihr Werk (bislang neun Romane und drei Erzählbände) wurde in zwölf Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. 2015 bekam sie zum zweiten Mal den wichtigsten Schriftstellerpreis Polens, den Nike-Preis, für ihren tausend Seiten starken Roman Die Jakobsbücher, der im Kampa Verlag in Vorbereitung ist. 2017 wurde ihr Buch Gesang der Fledermäuse unter dem Titel Die Spur von Agnieszka Holland verfilmt. Zum Schreiben zieht Olga Tokarczuk sich in ein abgeschiedenes Berghäuschen an der polnisch-tschechischen Grenze zurück.
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REZENSIONEN
Bewertet von das A&O und mme_corinna
blauschrift
mademoiselle_corinna
Pilgern, präservieren. Reisefragmente, Körperteile. In Bewegung sein heißt 'ich bin'. Und sehen heißt wissen. Das ist das, zugegeben, sehr kryptische Destillat, das ich aus 'Unrast' filtere. Es hat bestimmt gut siebzig Seiten gebraucht, bis ich ein Gefühl für dieses Buch bekommen habe. Dann blieben noch fast 400, um die beschriebenen-geschriebenen Reisen nicht orientierungslos zu verfolgen, sondern die Literaturaussicht zu genießen. Es gibt viel zu erkunden, zurückzublättern, zusammenzusetzen. Gut formulierte Gedanken zu genieẞen. (Aber auch manche Übersetzungen anzuknurren.) Bestimmt kein Buch, dass ich aktiv weiter empfehlen werde 'das m u s s t du mal lesen'. Es ist nicht 'for fun', keine Unterhaltung, die man einfach aus den Zeilen zapfen kann. Aber wer was investiert (Gedanken?), bekommt auch was zurück (Gedanken!). Hier bekommst du keine Postkarte geschrieben, die klar ausgeleuchtet abbildet. 'Unrast' ist allenfalls eine Landkarte, so wie die im Buch abgedruckten: Undeutliche Routen sind eingezeichnet, schwer zu erkennen nur; am Ende findest du einen eigenen Weg und hast viel dabei entdeckt. Die Episoden haben in mir auf jeden Fall starke Bilder kreiert, die ich noch eine Weile weiter betrachten werde. Die Reise geht weiter.
2 Wows
Ich reise, also bin ich. Ich reise, um zu erkennen. Olga Tokarczuks Buch „Unrast“ kreist um den Menschen, der in Bewegung ist. Da gibt es die fast tagebuchartigen Reflexionen über Zeit, Reisen und den Menschen, der die Raum-Zeit-Veränderung beim Reisen erfassen muss. Dazwischen immer wieder lose Erzählstränge von Menschen, die sich mit der Konservierung der Zeit befassen (wie kann man einen menschlichen Körper konservieren) oder durch eine Reise eine neue Richtung in ihrem Leben eingeschlagen haben. Da ist Kunicki, der auf einer sommerlichen Kroatienreise Frau und Kind zunächst verliert, die jedoch später wieder bei ihm auftauchen. Die Zwischenzeit zwischen „Verlust“ und „Wiederfinden“ setzen ihm jedoch sehr zu. Anouschka, die auf Reise in ihrer eigenen Stadt geht und durch den Perspektivwechsel von Wohnungsbewohner zu Obdachloser eine Reise in ein neues Leben macht, bevor sie wieder in ihr bekanntes Terrain zurückkehrt. Philip Verheyen, der ein Meister der Konservierung war und sich mit seinem amputiertem Bein befasst. Das Buch besteht aus Textfragmenten, die in sich abgeschlossen ein Sinn ergeben. Das erleichtert zunächst den Einstieg, kann jedoch gleichzeitig irritierend sein, da man zunächst wenig die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fragmenten erkennt. Je weiter man jedoch liest, desto mehr treten die Hauptthemen „Reisen“ und „der Mensch im Raum-Zeit-Kontinuum“ als Hauptthemen heraus. Insgesamt eine gute Lektüre, die einen jedoch aufgrund der Fragmentierung etwas ratlos zurücklässt. Die Geschichten fühlen sich nicht "auserzählt" an und man wartet stets noch auf die Auflösung der unterschiedlichen Erzählstränge.
Wow

KOMMENTARE

Dummer Weise kann ich mich bei meinen permanenten, letologischen Aussetzern immer nicht an das Wort „Letologik“ erinnern. Eine zweidimensionale Sprachlosigkeit sozusagen...
Ihre Schilderungen zum Wesen der Psychologie sind, wie eigentlich alles, ausnehmend schlüssig, glashart und verleiten schon fast dazu, sich das Gelesene quasi als eigene Erkenntnis zu eigen zu machen. Allein mir fehlt der Aspekt der Zuwendung, die Idee der Hilfe und Unterstützung derjenigen Person, ...
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