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Uns gehört die Nacht
Jardine Libaire

Uns gehört die Nacht

Ist Teil der Reihe
Diogenes Taschenbücher
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3.6/5
6 Bewertungen
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REZENSIONEN
ZUSAMMENFASSUNG
Als Elise Perez an einem trostlosen Winternachmittag in New Haven den Yale-Studenten Jamey Hyde kennenlernt, ahnt keiner, dass hier und jetzt ihrer beider Schicksal besiegelt wird. Was als obsessive Affäre beginnt, wird zu einer alles verändernden Liebe. Doch Elise ist halb Puerto-Ricanerin, ohne Vater und Schulabschluss aufgewachsen, und Jamey der Erbe einer reichen Familie. Wie weit sind sie bereit zu gehen?
BIOGRAFIE
>New York Magazine<, in der >Los Angeles Review of Books< und in >Elle<. Sie ist Absolventin des Skidmore Colleges und hat einen MFA in Creative Writing der University of Michigan. Sie lebt in Austin, Texas, wo sie ehrenamtlich für Truth Be Told arbeitet, ein Hilfsprogramm für Frauen im Gefängnis.
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REZENSIONEN
Bewertet von evaczyk, literaturbegeiste... und 3 andere
evaczyk
la_literarian
seitensuechtig
elena_liest
dark_rose
Schon der Anfang von „Uns gehört die Nacht“ wirkt eigentlich wie ein dramatischer Schlussakord wirkt: Ein Mann, eine Frau, ein geladenes Gewehr in einem Motelzimmer. Ein Showdown, ein sich-Belauern. Wie ist es dazu gekommen? Und dann der Szenenwechsel, die Rückblende auf die erste Begegnung. Das hat etwas von einem Film Noir an sich, und auch die Sprache erinnert an das Genre - bildhaft, spröde und doch gleichzeitig sprachgewaltig, ja poetisch. Wie einer der ersten Sätze: "Die Wärme macht aus den Pfützen Parfüm: grasig, medizinisch, überirdisch." Dem starken Auftakt folgt auch der Rest von Jardine Libaires Roman über die obsessive Beziehung zwischen Elise Peres, der in einer Sozialwohnung, in den „projects“ groß gewordenen Tocher einer Purtoricanerin, die ihren Vater nie kennengelernt hat, und Jamie Hyde, dem „golden boy“ der besseren Ostküstengesellschaft. Elise ist von zu Hause abgehauen, lebt in einem abbruchreifen Haus. Nebenan wohnt der Yale-Student mit seinem besten Freund aus Kinderzeiten. Die Kontraste könnten nicht größer sein. Wären sie nicht Nachbarn, sie hätten sich nie getroffen. Elise ist fasziniert von dem jungen Mann aus elitärer Familie, der so ganz anders ist als diejenigen, die sie bisher kannte. Jamie fühlt sich fast abgestoßen von der Gewöhnlichkeit der jungen Frau, ihrer Aggressivität, ihrer einfachen Sprache und fehlenden Bildung. Und doch gerät er immer mehr in ihren Bann. Erst ist es der Sex, die einzige Sprache, in der sie zueinander zu finden scheinen. Doch dann erkennt er, dass da mehr ist als eine reine Sommeraffäre. Seine Familie wiederum findet Elise völlig unakzeptabel. Die Geschichte von Elise und Jamie, sie ist keine ins 21. Jahrhundert gerückte Wiederauflage von „love story“, der Liebenden aus zwei Welten. Zuckersüße Romantik gibt es nicht, wohl aber Begehren, Begierde, ein magnetisches Verhältnis zwischen Anziehung und Abgestoßen werden. Vom schnellen Sex bis zur Erkenntnis „Ich bin nichts ohne Dich.“ Auch der junge Mann aus den besseren Kreisen hat mit seinen Dämonen zu kämpfen, war bislang vor allem Projektionsfläche für die Wünsche und Erwartungen anderer. Elise ist da wie ein Realitätscheck, eine Lebendigkeit, die es für Jamie bisher nie so gab. Statt der stets leicht gedämpften Existenz in Pastelltönen explodiert plötzlich das Leben. Es macht einfach Spaß, in Libaires Sprache einzutauchen, voller Bilder und dann wieder drastisch, rauh und hart wie ein Rap-Song. Wer auf eine zarte Liebesgeschichte gehofft hat, ist von diesem Buch möglicherweise enttäuscht. Hier wird nichts angedeutet, hier entfaltet sich das Leben in seiner ganzen Intensität, Abgründen und Gier. Geht das Gewehr letztendlich los? Das muss der Leser selbst herausfinden.
2 Wows
literaturbegeistert
Jardine Libaire schreibt außerordentlich bildlich, poetisch und sehr einzigartig. In ihren Worten verliert und verliebt man sich. Direkt am Anfang wurde der Leser in das Geschehen, in die unförmige Beziehung von Jamey und Elise mitgerissen. Das war etwas, was ich an diesem Buch ganz besonders geliebt habe. Dadurch konnte man die sehr toxische Beziehung von Jamey und Elise gut nachempfinden und mit ihnen mitfühlen. Eben diese toxische Beziehung fing anfangs als eher platonische Begegnung an, wurde dann aber immer emotionaler, ungesunder, einseitiger und schädlich. Jamey und Elise stammen aus verschiedenen Welten: Elise ist aus armen Verhältnissen, hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und immer wieder finanzielle Probleme. Jamey hingegen stammt aus der reichsten Familie New Yorks, was ihn sehr beliebt macht. Ihm stehen alle Türen offen. Aus irgendeinem Grund fühlen sich die beiden bei ihrer ersten Begegnung sehr zueinander hingezogen, können nicht mehr ohne einander und stürzen sich Hals über Kopf in eine Beziehung. Sehr langsam erzählt die Autorin die Liebesgeschichte der beiden, was anfangs noch völlig legitim war, doch mit den Seiten an Spannung verlor. Für mich hatte das Buch keine wirkliche Intention. Es werden zwar Themen wie Rassismus, Ungleichheiten und Vorurteile aufgenommen, aber nicht stark genug vertieft, um dem Buch Spannung zu verleihen. Erst gegen Ende ging es ganz schnell, was aber wiederum viel zu viel auf einmal war. Die Charaktere blieben in meinen Augen genau so wie der Inhalt eher farblos und fahl. Der Schreibstil hingegen ist sehr besonders und für mich definitiv herausragend!
Wow
Zwei völlig verschiedene Gesellschaftsschichten, eine düstere und intensive Liebesgeschichte und ein wundervoll poetischer Schreibstil. Von Anfang an habe ich mich in den Schreibstil von Jardine Libaire verliebt. Sie schreibt so wundervoll poetisch und einzigartig und zieht dich damit regelrecht in einen Bann. Die Protagonisten sind sehr speziell. Elise war mir Anfangs eher unsympathisch. Ich fand es komisch wie besessen sie von Jamie war und das sie alles dafür getan hätte, um etwas Aufmerksamkeit von ihm zu bekommen. Doch je mehr man sie kennenlernt und versteht, weshalb sie so ist, wurde sie mir deutlich sympathischer. Auch Jamey fand ich Anfangs unsympathisch. Das lag vor allem an den Gedanken über Elise. Aber auch das ändert sich und er entwickelt sich weiter und versucht die Gefühle für sie zuzulassen. Ich fand es total interessant die holprige bzw. problematische Liebesgeschichte der beiden mitzuverfolgen – die sie trotz der ganzen Hürden nicht aufgeben. Die Handlung beginnt rasant, sodass ich keine Probleme mit dem Einstieg der Geschichte hatte. Es hat mich total gefesselt, die toxische Liebesgeschichte der Protagonisten mitzuverfolgen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass die Autorin von Beginn an sehr authentisch schreibt und nichts verschönert. Das lässt die gesamte Geschichte sehr ehrlich und realistisch wirken. Leider fand ich die Handlung ab der Mitte des Buches langatmig. Man hatte das Gefühl, dass sich die Geschichte wiederholt und man nicht voran kommt. Spannung wurde nur noch selten aufgebaut. Die Liebesgeschichte kam mir zu kurz und das Körperliche wurde mir zu viel. Auf den letzten Seiten wurde es dann aber wieder deutlich spannender. Das Ende ist unerwartet und hat mich wirklich überrascht. Meiner Meinung nach, hätte man darauf noch ein bisschen mehr eingehen können. Fazit: Eine besondere und tiefgründige Geschichte mit einem wundervoll poetischen Schreibstil. Trotz der Längen, konnte mich das Buch mitreißen. Es ist anders als erwartet und genau das hat mir sehr gut gefallen – man muss sich auf diese wilde Liebesgeschichte einlassen.
Wow
elena_liest
Elise und Jamey stammen aus verschiedenen Welten: sie aus der Unterschicht, aus ärmlichsten Verhältnissen, er aus der High Class, aus einer der reichsten Familien New Yorks. An einem verschneiten Abend in New Haven treffen die beiden aufeinander - und lassen einander nicht mehr los. Es entsteht eine Beziehung, in der einer mehr liebt als der andere, in der ein ständiges Ungleichgewicht herrscht - und die auf Dauer nicht gut gehen kann. Von der ersten Seite an habe ich mich in den wunderschönen Schreibstil von Jardine Libaire verliebt. Ich habe selten ein so wunderbar geschriebenes Buch gelesen. So poetisch, so besonders und einzigartig, dass ich mich oft kaum von den Worten losreißen konnte. In Kombination mit der toxischen Beziehung zwischen Jamey und Elise und den Städten, in denen die Geschichte spielt, hätte das Buch ganz groß werden können. Leider kam für mich aber für eine lange, lange Zeit kaum Spannung auf. Versteht mich nicht falsch: das Buch lässt sich toll lesen. Die Seiten plätschern dahin, die Geschichte genauso. Aber lange konnte ich nicht greifen, was die Autorin mit dem Buch bezwecken und aussagen möchte. Erst auf den letzten 100 Seiten passierte so richtig etwas und das Ende hat mich auch sehr überrascht. Insgesamt war mir das aber einfach zu wenig. Die toxische Beziehung zwischen Elise und Jamey war oft nicht einfach zu verdauen. Man merkt auf jeder Seite, wie sehr sich Elise nach der Liebe und Zuneigung von Jamey sehnt und wie weh es ihr tut, dass seine Familie sie verachtet. Jamey andererseits versucht, Gefühle zuzulassen und verzweifelt daran, dass er das nicht schafft. Trotzdem war mir auch hier der Sex und das Körperliche zu viel, die Beziehung selbst kam manchmal etwas zu kurz. Alles in allem bin ich zwiegespalten. Das Buch war gut, aber nicht sehr gut - kann man lesen, muss man aber nicht. Deshalb vergebe ich 3,5 / 5 ⭐.
Wow
Leider habe ich das Buch nicht verstanden Elise und Jamey könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie ist nicht hübsch, lebt von der Hand im Mund, pflegt Freundschaften mit Homosexuellen und Obdachlosen und hat eine bunte Vergangenheit. Jamey sieht sehr gut aus, stammt aus einer sehr berühmten und extrem reichen Familie, studiert in Yale und lebt mit einem Homophobiker zusammen, den er seinen Bruder nennt. Eigentlich benutzt Jamey Elise nur für Sex. Sie widert ihn an, aber gleichzeitig schafft er es nicht, ihr fern zu bleiben. Und irgendwann widert sie ihn auch nicht mehr an. Doch Jameys Familie und Freunde setzen alles daran Elise aus seinem Leben zu entfernen. Sie gehört zur Unterschicht und mit der gibt man sich einfach nicht ab! Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses Buch und seine Protagonisten nicht verstanden habe. Es fängt super an, aber dann dauert es nicht lange und es hat mich verloren. Ich finde weder Elise noch Jamey sympathisch. Anfangs finde ich Elise noch interessant, aber ich verstehe sie einfach nicht. Jamey ist am zu Beginn ein A... ein unglaubliches riesen A...! Er benutzt Elise für Sex, will keinerlei Nähe und schon gar nicht darf jemand davon erfahren! Doch so oft er auch versucht ihr fern zu bleiben, er schafft es einfach nicht. Elise dagegen ist schon sehr früh in ihn verliebt – keine Ahnung warum, er benimmt sich schrecklich – und wartet darauf, dass er ihre Gefühle irgendwann erwidert. Ich hatte meine Probleme mit dem Schreibstil. Ich fand die Gleichnisse oft seltsam und konnte sie nicht nachvollziehen, sie wirken auf mich gewollt kunstvoll und abstrakt, dadurch aber auch sperrig. Die Sprache ist oft abgehakt und die Abschnitte immer wieder sehr sprunghaft. Ich empfand die Erzählweise als oberflächlich. Ich hatte nie das Gefühl wirklich an die Protagonisten heranzukommen. Es gibt sehr viele Sex-Szenen, aber ich fand sie ehrlich gesagt nicht besonders. Weder waren sie gefühlvoll noch irgendwie aufregend. Es war einfach Sex. Die beiden stammen aus verschiedenen Welten. Weder seine noch ihre Welt akzeptiert die Beziehung, zumindest wenn es um die Familie geht. Wobei Elises Familie noch eher damit klar kommt. Aber Jameys Familie zieht absolut alle Register, um Elise fertig zu machen und Jamey zu zeigen, dass sie es nicht „wert“ ist, seine Freundin zu sein. Es ist echt heftig, was die sich alles einfallen lassen. Kurz vor Schluss gibt es eine Wendung, die ich absolut überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich versteh sie einfach nicht. Ich merke, wozu sie dienen soll, um die Hilflosigkeit von Elise zu unterstreichen und den beiden als Paar eine andere Seite zu geben, aber ich dachte die ganze Zeit nur „hä?“. Die Geschichte hat definitiv ihre Längen. Leider wiederholt sich auch vieles, wodurch ich aufpassen musste, nicht komplett wegzudriften. Mich hat das Buch leider weder packen noch begeistern können. Ich habe es einfach nicht verstanden. Ich bin weder aus den Protagonisten noch aus der Handlung selbst schlau geworden. Fazit: Leider habe ich das Buch nicht verstanden. Ich saß sehr oft beim Lesen da und dachte mir einfach nur „hä?“. Ich konnte zu den Protagonisten keine Beziehung aufbauen und fand beide auch nicht sympathisch. Ich empfand den Schreibstil als anstrengend. Es fiel mir schwer bei den sperrigen Sätzen zu folgen und die Gleichnisse waren mir zu abstrakt und seltsam. Mich hat das Buch leider nicht packen können. Ich habe weder mitgefiebert noch die Seiten verschlungen. Ich musste mich immer wieder zwingen weiterzulesen. Ich habe das Buch einfach nicht verstanden, es hat mich verwirrt und war leider einfach nicht meins. Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne ich vergeben soll und habe mich letztlich für ganz knappe 2 Sterne entschieden.
5 Wows
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