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Margarete Stokowski

Untenrum frei

Psychologie
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ZUSAMMENFASSUNG
SEX. MACHT. SPASS. UND PROBLEME.
In ihrem Debüt «Untenrum frei» schreibt die Autorin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski über die kleinen schmutzigen Dinge und über die großen Machtfragen. Es geht darum, wie die Freiheit im Kleinen mit der Freiheit im Großen zusammenhängt, und am Ende wird deutlich: Es ist dieselbe. Mit scharfsinnigem Blick auf die Details gelingt ihr ein persönliches, provokantes und befreiendes Buch.
Stokowski erzählt von dem frühen Wunsch, unbedingt als Mädchen wahrgenommen zu werden, von unzulänglichem Aufklärungsunterricht, von Haaren und Enthaarung, von Gewalterlebnissen, von Sex, von Liebe und vom Feminismus. Und sie verbindet ihre wunderbar erzählten persönlichen Erlebnisse mit philosophischen, politischen und wissenschaftlichen Analysen und zeigt damit: Sie ist mit ihren Erfahrungen nicht alleine. Wir fühlen uns als freie, aufgeklärte Individuen, aber erst wenn wir Geschichte um Geschichte zusammentragen, wird die kollektive Schieflage, die strukturelle Ungleichheit sichtbar. Dennoch: «Wenn ich Geschichten aus meinem Leben erzähle, dann nicht, um langsam, aber sicher ein Bild von mir als Vollopfer aufzubauen», schreibt Stokowski – im Gegenteil. Ihr geht es um eine «Ent-Opferung». Humorvoll und klug geht sie damit der Frage nach, wie politisch das Private noch immer ist.
«Der Feminismus erklärt mir nicht, warum der Bus nicht auf mich wartet. Aber er erklärt mir, warum ich mich für mein Zuspätkommen entschuldigen werde, auch wenn ich nicht schuld war, sondern der Bus zu früh gefahren ist. Er erklärt mir, warum viele der Frauen, die ich kenne, sich auch noch entschuldigen würden, wenn sie von einem Meteoriten getroffen werden.»
BIOGRAFIE

Margarete Stokowski, geboren 1986 in Polen, lebt seit 1988 in Berlin. Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet als freie Autorin.  Ihre wöchentliche Kolumne «Oben und unten» erscheint seit 2015 bei Spiegel Online. 2019 wurde sie für ihre Texte mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet. «Untenrum frei», ihr Debüt, avancierte zu einem Standardwerk des modernen Feminismus. 

PRODUKTDETAILS

Erscheinungsdatum
08.09.2016
Ausgabe
eBook
ISBN
9783644056114
Sprache
German
Seiten
256
Schlagworte
Geschlechterverhältnisse, Scham, Sexualität, Feminismus
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REZENSIONEN
Bewertet von awogfli, bloggingrenate und 3 andere
awogfli
bloggingrenate
bookaholicgroup
buecherregalstory
booksandmug
Kann ich ein aktuelles Feminismusbuch Männern und Frauen gleichermaßen empfehlen? Ja, seit Kurzem kann ich das, nämlich dieses. Margarete Stokowski hat mit ihrem Werk in leichter Form – ich meine hier den sprachlichen Ton, der LeserInnen die Inhalte abseits von gelernten Feminismustheorien und Vorwissen leicht rezipieren lässt und beileibe nicht leichtgewichtige Inhalte – einen ausgezeichneten Beitrag zu diesem Thema abgeliefert. Locker, flockig, persönlich, witzig und sehr intelligent bringt uns die Autorin episodenhaft die strukturellen und angelernten Probleme des Feminismus nahe, spickt diese aber mit belegten Hintergrundinformationen und Quellen und würzt sie zudem mit eigenen Erfahrungen. Großteils werden Sozialisationsmuster von der frühesten Kindheit an über die Pubertät bis ins Erwachsenenalter identifiziert – aber nicht anklagend, sondern wahrhaftig und manchmal sogar augenzwinkernd – sehr klug, aber nicht belehrend präsentiert. Dabei nimmt sie nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen in die Pflicht, an dieser Veränderung mitwirken zu müssen. So geht Feminismus at its best. Dieser leichte witzige Umgangston mit dem Thema liegt vielleicht auch daran, dass Stokowski sich – so wie ich persönlich – erst sehr langsam, nach und nach zu einer Feministin entwickelt hat, wie sie im Vorwort ihre Position genau darlegt. Das macht sie herrlich unradikal, unkompliziert, aber doppelt so glaubwürdig, wenn sie trotzdem humorvoll, aber unbeirrbar die richtigen Themen anschneidet, mit einem Augenzwinkern die Finger in die Wunden legt und sich sogar selbst eingesteht, dass sie sich in der Vergangenheit oft hat unterbuttern lassen. Im Kapitel Kindheit und Jugend geht es selbstverständlich um die Sozialisation, die die Muster von Benachteiligung bereits so früh zementiert, dass sie uns gar nicht auffallen. Die Fakten sind ohnehin bekannt, aber sie liegen nun alle gleichzeitig auf dem Tisch, werden wirklich gut präsentiert und die Zusammenhänge detailliert aufgezeigt. Besonders herausheben möchte ich die tiefgründigen Analysen über das falsche Bild von Körper und Sexualität, das Jugendzeitschriften beiden Geschlechtern und später Frauenzeitschriften vollends ruinös vermittelten. In diesem Fall hätte die Generation Internet nun durchaus einen Startvorteil und Informationsvorsprung, den sie zu nutzen wissen könnte, würde sie die richtigen Kanäle frequentieren. "Vielleicht kommt die Wut, die ich heute auf Frauenzeitschriften und vermeintliche Sexratgeber habe, auch daher, dass ich für solches Zeug bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr so viel Geld ausgegeben habe. Es wäre wahrscheinlich sogar besser und sogar gesünder gewesen, das komplette Geld für Drogen auszugeben." Dieser knackige provokative Ausspruch der Autorin ist angesichts Bulimie, Magersucht und Ritzen, im Gegensatz zur relativen „Harmlosigkeit“ von Marihuana in der Pubertät durchaus mal eines kurzen Gedankens wert. Und Margarete Stokowski weiß, wovon sie spricht, hat sie doch selbst dies auch durchgemacht, erzählt authentisch und ungeschminkt von ihren Problemen. "Solange wir damit beschäftig sind – und wir wollen sagen nachhaltig damit beschäftigt sind -, panisch zu wenig zu essen […] solange wir uns Schminktipps im Internet ansehen und uns nach Cellulite abtasten, haben wir den Sieg nicht verdient in der Schlacht – um was eigentlich? Weltherrschaft, okay, dann halt, aber – Was ziehe ich da an? Ich kann da nicht hin. Ich kann diese Weltherrschaftssache nicht machen, wenn ich nicht mal weiß, wie man sich zu solchen Gelegenheiten korrekt und dennoch weiblich kleidet." Keine Sorge, wenn ihr nun aufgrund meiner bisherigen Zitate glaubt, Stokowski nähme nur die Frauen in die Pflicht und hätte unter dem Deckmantel des Feminismus ein antifeministisches Buch geschrieben, seid Ihr auf dem Holzweg. Nein, sie greift ganz klar auch männliche Verhaltensweisen beziehungsweise starre, bestehende Hierarchien auf und montiert diese witzig ab. "Wenn ein System oder eine Hierarchie erst einmal etabliert ist, gibt es tausend Möglichkeiten, sie zu rechtfertigen. Da der Ist-Zustand irgendwie geworden ist, findet man für ihn auch immer Begründungen. Sich auf die Steinzeit zu stützen, oder das, was man von den Flintstones über sie weiß – ist praktisch, denn die Vergangenheit hat ja offensichtlich schon mal funktioniert. Als die Vergangenheit war, ist die Welt nicht untergegangen. Bei der Zukunft weiß man das nicht." 😀 Ein gutes Verfahren, diesem Totschlagargument zu begegnen, ist es, in dem Zusammenhang mal diese Strategie bis zum Ende mit dem Gesprächspartner durchzuspielen, dann auch alle anderen Errungenschaften der modernen Welt zu negieren (z.B. konkret auf das Mobiltelefon in der Hand des Gegenübers zu verweisen, dies anzusprechen), den Bewahrungsgedanken laut und humorvoll fortzuspinnen, zu pervertieren und uns allesamt gleich geistig wieder zurück zu den Affen auf die Bäume zu schicken. Dass Stokowski bei dieser populärwissenschaftlichen Präsentation durch die lockere Tonalität und den Blick über den Tellerrand der Disziplinen manchmal vom Hundertsten ins Tausendste kommt, ist natürlich auch vorprogrammiert. Einige Männer, die ich kenne, allesamt ohnehin Feministen, haben die mangelnde Struktur des Buchs kritisiert. Sie haben zwar Recht, aber ich glaube, sie sind auch nicht die Zielgruppe. Diese Spezies haben wir ohnehin schon an unserer Seite, in der Forderung um Teilhabe, Geschlechtergerechtigkeit und Minderheitenförderung. Für ein Sachbuch im Rahmen des Feminismus ist dies meiner Meinung nach aber die perfekte Strategie, nicht so sehr die Struktur, sondern Leichtigkeit, Humor und Spannung bei diesem Thema zu forcieren, damit der Inhalt möglichst breit rezipiert werden kann. Sind die Feministinnen ohnehin schon seit der zweiten Welle der Bewegung in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts als humorlose Emanzen verschrien, kann mit so einer Präsentation vielleicht einmal für Otto oder Ottilie Normalverbraucher von der Ablenkung durch Kritik bezüglich Form und Humor abgesehen werden. Vielleicht dringen somit endlich mal die Inhalte und die Ideen durch diesen Schutzwall ins Hirn hinein. Insofern ist nämlich dieses Buch wirklich ein bisschen anders als die klassischen Werke zu dem Thema (wie Beauvoir, Schwarzer und Konsorten), die ich selbstverständlich jedem zu lesen empfehle, was auch Frau Stokowski in ihrem historischen Abriss den LeserInnen so ganz nebenbei vorschlägt. Bei strukturiertem, todernst präsentiertem Feminismus verdrehen sogar oft Frauen die Augen. Bis kurz vor Ende des Buches hat mich also die nicht so präsente Struktur des Werks überhaupt nicht gestört, aber der Schluss verpufft total, es fehlt einfach die Klammer, der Abschluss, auch deshalb, weil die aufgestellte optimistische Prämisse zudem auch noch bewiesenermaßen empirisch falsch ist. "Die Idee, dass Frauen unveräußerliche Rechte haben, lässt sich nicht mehr so leicht aus den Köpfen vertreiben. Es sind die Ideen, die nicht mehr in den Krug zurückzubringen sind." Ein kurzer Blick in das Geschichtsbuch belehrt uns bedauerlicherweise eines Besseren. Schon mal was von der Iranischen Revolution 1978/79 gehört? – Noch nicht lange her. Wir sollten uns also nicht nur für ein Vorantreiben des Feminismus einsetzen, sondern auch verhindern, dass die Uhr zurückgedreht wird und wir wieder aus dem öffentlichen Leben ins Haus entsorgt werden. Eine Art von Gilead (Margaret Atwood) ist gar nicht so weit weg von uns, im Iran schon seit fast vier Jahrzehnten und mehreren Generationen reinstalliert, bei den Taliban war das Intermezzo zwar vorübergehend, aber so etwas kann immer wieder passieren. Dieser Kritikpunkt ist aber aus meiner Sicht Jammern auf sehr hohem Niveau. Fazit: Ein wirklich großartiges Buch zum Einstieg in die Ideen und Konzepte des Feminismus. Könnten sogar NichtfeministInnen lesen, ohne dass ihr Gehirn explodiert oder der Humor Harakiri begeht.
7 Wows
bloggingrenate
Ich bin sehr lange um das Buch von Margarete Stokowski geschlichen. Nicht weil mich das Thema nicht interessiert, denn das tut es, sondern weil ich meine Zweifel hatte, ob mir dieses Buch etwas Neues beibringen und mich unterhalten kann. Feminismus ist ein Thema mit dem wir heute sehr oft konfrontiert werden. Frauen die den Wunsch äußern die gleichen Rechte wie Männer zu haben, ohne eine Ahnung zu haben was das in Wahrheit bedeutet. Untenrum frei hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch die Augen geöffnet in manchen Hinsichten. Ein Zitat, das mich persönlich berührt und bewegt hat und gleichzeitig auch die These der Kolumnistin, mit der sie automatisch die enge Verbindung der kleinen schmutzigen Dinge im Leben und die groß thematisierte Machtfrage vor Augen führt. Margarete Stokowski hält kein Blatt vor den Mund und zieht buchstäblich die Hose herunter. Die Kolumnistin gibt dem Leser einen sehr tiefen Einblick in ihr eigenes Leben, ihre Erfahrungen und Erlebnisse die sie als Frau gekennzeichnet haben. Die Autorin führt den Leser, in sieben bemerkenswerten Essays, durch die weite Thematik des Feminismus. Sie macht durch Erzählungen aus persönlichen Erfahrungen deutlich wie viel Feminismus schon geschafft hat, aber auch welchen langen Weg er noch vor sich liegen hat. Besonders mochte ich die Leichtigkeit und Vielseitigkeit von Stokowskis Schreibstil. Die Kolumnistin sammelt in ihrem Buch eine Menge an Informationen die sie unterhaltend weitergibt und schafft erfolgreich Tiefe und Humor zu vereinen. Dabei verweist sie in ihren Essays oft auf viele Werke feministischer Autor/innen und führt am Ende sogar eine Liste an Büchern an, die sie ihren Leser/innen ans Herz legen möchte. Margarete Stokowskis Buch Untenrum Frei ist ein Befreiungsschlag gegen gesellschaftliche Konventionen und veraltete Rollenbilder, die die Ungleichbehandlung zwischen Männern und Frauen forciert hervorrufen. Mit Untenrum Frei bietet sich jedem ein unterhaltsamer, gut geschriebener, leichter, gesellschaftskritischer Einstieg in die Grundgedanken des Feminismus.
1 Wow
Untenrum Frei war unsere nächste Wahl für unseren Buchclub. Die guten Bewertungen und das interessante, wichtige Thema waren ausschlaggebend dafür, dass wir uns dazu entschieden haben, es zu lesen. Bevor ich überhaupt begonnen habe zu lesen, hatte ich ein klares Bild von Feminismus im Kopf. Man kennt die typischen Vorurteile und man denkt man wüsste, was alles unter den Begriff fällt. Aber die Autorin hat nochmal viel mehr Dimensionen rund um das Thema Frau sein aufgezeigt, vertieft und kritisch hinterfragt. Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt und ließ sich wirklich sehr flüssig lesen. Die Autorin berichtet hauptsächlich von Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben und steht voll und ganz dafür ein, nicht zu schweigen, sondern Missstände anzusprechen und so Bewusstsein in der Gesellschaft zu schaffen. Es gab einige Szenen, die mich geschockt, andere, die mich wirklich nachdenklich gestimmt haben. Selbst wenn denkt, dass man selbst nicht von diesem Thema Feminismus betroffen ist, oder sich noch nicht dafür interessiert, ist es wichtig, sich gerade deshalb damit zu beschäftigen! Zu wissen, wie man in bestimmten Situationen handeln sollte oder zu lesen, dass es nicht normal ist, dass Frauen sich nicht wehren und eher still daneben sitzen, ist einfach wichtig, um selbst zu merken, wo es vielleicht im eigenen Umfeld noch Bereiche gibt, in denen es noch nicht so richtig läuft. Wir konnten uns auf jeden Fall gut über das Buch austauschen, Erfahrungen erzählen und waren der Meinung, dass das Thema viel zu negativ behaftet ist, als es sein sollte. Sind wir nicht eigentlich alle dafür, das tun und lassen zu können, was wir wollen? Wieso sollte jemand dagegen sein, dass Frauen Karriere machen? Was ist uns wichtig, was möchten wir Kindern mitgeben, wie erziehen wir später unsere eigenen? All das sind Fragen, über die man sich im Voraus Gedanken machen sollte. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle gewünscht, dass die Autorin noch ein paar Tipps gegeben hätte, wie man in bestimmten Situationen handeln könnte, was man sagen kann usw. Trotzdem hat es sich wahnsinnig gelohnt und ich kann das Buch wirklich jedem Mädchen, jeder Frau und auch natürlich auch jedem Mann empfehlen!
1 Wow
Es geht um uns alle. Bei aller Philosophie und Politik trotzdem ganz lebenspraktisch und eloquent. Ein sehr persönliches, eloquentes, sowohl bitter ernst, als auch sehr leicht & humorvoll im Ton vorgetragenes Büchlein zur Frage wer wir eigentlich sein wollen - um nicht zu sagen könnten (zueinander, miteinander und als Gesellschaft insgesamt). Nebenbei räumt sie noch wunderbar mit den allseits verbreiteten und meist extrem angestaubten Vorurteilen über Feminismus auf / macht beste Werbung dafür sich diesen Gedanken zu öffnen die uns allen letztlich zu mehr Freiraum verhelfen können. Anfangs super stark als Standortbestimmung / Diagnose (gerade auch weil sie es so anschaulich mit ihren eigenen Erfahrungen verknüpft - und das sehr offen auch bei sehr bitteren Themen), die Kapitel zum Ausblick (/ die Lösungsvorschläge) fand ich dann fast etwas knapp - aber dann hätte sie ja sonst auch gleich die Weltformel finden müssen, ist also vollkommen okay. Ich kann das Buch herzlichst empfehlen!
Wow
Inhalt: In «Untenrum frei» erzählt die Autorin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski, wie es ist, als Mädchen in Deutschland aufzuwachsen. Sie schreibt von unzulänglichem Aufklärungsunterricht, von Gewalterlebnissen, von Sex und von Liebe und zeigt: Noch immer besteht mit Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit eine kollektive Schieflage. Für Veränderung im Großen, so Stokowskis These, bedarf es den Blick auf die Details. Ein persönliches, provokantes und befreiendes Buch. Quelle: Rowohlt Buchinfos: Untenrum frei | Autor: Margarete Stokowski | Seiten: 256 | Einband: Taschenbuch | Erschienen am: 24.04.2018 | ISBN: 978-3-499-63186-3 | Preis (D): 12,00€ | Verlag: Rowohlt Meine Meinung: Ein Buch, welches einen packt, welches einen fesselt, welches einen zum Nachdenken bringt. So ein Buch habe ich gesucht und mit „Untenrum frei“ gefunden. Margarete Stokowski präsentiert uns auf schonungslose Art und Weise ihre eigene Geschichte und zeigt uns zeitgleich, was Feminismus wirklich bedeutet. Sie spricht mit einer großen Portion derbem Humor über die Themen, über die sich sonst niemand traut zu reden: sexuelle Freiheit, Unsicherheiten, Ungerechtigkeiten und Gewalterlebnisse. In insgesamt sieben Kapitel nutzt sie gekonnt ihren lockeren und trotzdem derben Humor, gepaart mit wichtigen Faktenwissen, um uns vor Augen zu halten, dass in der Welt noch lange nicht alles gerecht ist. Auch zeigt sie uns auf, welche Stereotypen und Rollenbilder uns, auch heute noch, schon im Kindheitsalter beigebracht werden und dass es sich lohnt, auch weiterhin für die verschiedensten Dinge zu kämpfen. Es machte Spaß ihren Gedanken zu folgen. Stokowski hat mich zum Nachdenken gebracht und mir in manchen Fällen sogar die Augen geöffnet. Wie wurde ich erzogen? Haben mich Zeitschriften und das Fernsehen beeinflusst? Wie habe ich mir als Jugendliche Sex vorgestellt? Und die wichtigste Frage von allen: Lasse ich mich auch heute noch beeinflussen? Fazit: Mich konnte dieses Buch auf jeden Fall überzeugen – ich habe es geliebt! Es hat zum Nachdenken angeregt und meinen Blick auf die Dinge geändert. Ein lockerer und humorvoller Schreibstil haben das ganze perfekt abgerundet. Ein Buch, dass wirklich jeder in seinem Leben gelesen haben sollte.
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