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Lily King

Vater des Regens

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ZUSAMMENFASSUNG
Lily Kings subtiler und herzzerreißender Roman über die tragischunverrückbare Liebe einer Tochter zu ihrem manipulativen Vater zeigt, wie unentrinnbar Bindungen in der Familie sind. Daley Amory erlebt als Elfjährige die Trennung ihrer Eltern und wie vor allem der charismatische, aber weltanschaulich in den 50er Jahren stecken gebliebene und selbstzerstörerische Vater seine alte Familie schnell durch eine neue ersetzt. Daley gelingt es, ein eigenes Leben, eine Liebesbeziehung aufzubauen, und bleibt doch auf eine gefährliche Weise auf ihren Vater fixiert, auf die Vorstellung, ihm helfen zu müssen. Mühsam muss sie sich aus dieser Verstrickung befreien. Lily Kings dritter Roman mit seinen faszinierenden und aufwühlenden Charakteren zeigt das ganze psychologische und sprachliche Können der Autorin, die es den Lesern unmöglich macht, sich dem Sog dieser Geschichte zu entziehen.
BIOGRAFIE
Lily King, geboren 1962, lebt mit ihrer Familie in Maine. Sie veröffentlichte die Romane "The Pleasing Hour", "The English Teacher" und "Father of the Rain" und erhielt u. a. den New England Book Award for Fiction, den Whiting Writers' Award und den Maine Fiction Award. Ihr vierter Roman "Euphoria" wurde mit dem neu geschaffenen Kirkus Prize ausgezeichnet und von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt. Die deutsche Übersetzung wurde zu einem Bestseller. Sabine Roth ist seit 1991 als Übersetzerin tätig und zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Jane Austen, Henry James, Agatha Christie, John Le Carré, V.S. Naipaul und Lemony Snicket.

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REZENSIONEN
Bewertet von Babscha und Schokoloko 28
babscha
schokoloko28
Der Vater: Es ist Jahre her, dass ich bei meinem Vater den letzten Wutausbruch ausgelöst habe. Ich habe sie vor langer Zeit zu umschiffen gelernt. Ich lenke das Gespräch ... auf kein Thema, das sich, und sei es noch so entfernt, mit meiner Mutter in Verbindung bringen lässt. Ich stichle nicht und stecke Sticheleien mit einem Lächeln ein; ich behalte meine Gedanken und Meinungen weitestgehend für mich. Ich stelle Fragen. Ich mache mich nützlich. Ich rede nicht über meine Interessen, meine Beziehungen oder meine Ziele. So erkaufe ich mir meinen Frieden. Die Mutter: ... weil es für mich der leichtere Weg war, einfach den Rücken zu kehren, mitsamt all den Erinnerungen an sie, meine Mutter, die mich geliebt, aber nicht beschützt hat, die mich Wochenende für Wochenende beim meinem Vater verbringen ließ, jahrelang, obwohl ich hinterher jedes Mal wie ein wildes Tier war, und die nie wissen wollte, warum. Das Kind: Sie heißt Daley Amory und ist anfangs elf Jahre alt. Und so beschreibt sich in knappen Worten das Leben dieses unverstandenen Mädchens, das uns seine erdrückende Lebensgeschichte, startend Mitte der Siebzigerjahre, selbst hautnah erzählt. Der Vater ein neureicher, bornierter, emotional abgestumpfter Mensch, der sich einen Dreck um seine Kinder schert, sondern nur seinem Ego frönt und sich gerade mal für seine Hunde, Tennis, republikanisches Gedankengut und das gesellschaftliche Leben in seinem amerikanischen Ostküstenkaff interessiert. Und natürlich zuallererst für seine unzähligen täglichen Drinks, die er zelebriert und kippt und die ihn dann zu einem menschenverachtenden, cholerischen Monster mutieren lassen, das seine Familie terrorisiert. Bis dann eines Tages Daleys Mutter von jetzt auf gleich ihre Tochter und ihre Siebensachen schnappt und sich absetzt. Was der verletzten Kinderseele aber keinerlei Entlastung, sondern nur noch mehr Qualen bringt, denn nach der Scheidung beginnt ein jahrelanges Pendeln zwischen verfeindeten Elternteilen inklusive deren jeweils neuen Partnern. Hilfe ist da von keiner Seite zu erwarten, zumal der ältere Bruder schon lange weg gezogen ist und alle anderen Erwachsenen der Stadt konsequent weg schauen. Das Buch: Ist großartig! Meisterhaft und berührend die Sprache und die Personenzeichnungen des Romans, die den Leser sofort in Bann ziehen und bis zum Schluss nicht mehr los lassen. Die Autorin schafft es zum einen wohltuend, typisch süßlich-amerikanische Befindlichkeitsdokumentationen auf ein absolutes Mindestmaß zu beschränken , dafür bietet die Geschichte auch wahrlich kaum Anlässe. Viel überzeugender ist , wie man hier eine Frau aus ihren prägenden Kindertagen mit einem Alkoholiker heraus bis in ihr mittleres Alter hinein auf ihrem interessanten, verschlungenen wie problematischen Lebensweg begleiten darf (den man nicht erzählen kann, sondern einfach selbst lesen muss) und vor allem, wie ihre schlimmen familiären Erfahrungen unabdingbar ihre frühe wie spätere Persönlichkeitsentwicklung massiv beeinflussen. Und wie sie als Tochter einfach nicht anders kann, als ihrem berechnenden, vulgären und abstoßenden Vater immer weiter die Treue zu halten und sich von ihm trotz aller Beschränkungen ihres eigenen Lebens einfach nicht lösen kann. Da möchte man als Leser am liebsten manchmal einfach dazwischen gehen, so gut ist das gemacht. Ein bis zuletzt absolut überzeugendes Buch und echtes Lesehighlight
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Die Protagonistin Daley Amory hat es nicht leicht. Ihre Mutter entscheidet sich, als Daley elf Jahre alt war, sich von ihrem Mann (nach 20 Jahren Ehe) zu trennen. Der Vater hat ein dickes Alkoholproblem. Leider zeigt er kein Problembewußtsein. Aus diesem Grund macht sie einen Schlußstrich. Nun lebt sie in der Woche bei ihrer Mutter und am Wochenende bei ihrem Vater. Ihr Vater hat die Familie gleich ausgetauscht. Er bändelt mit einer Frau an, die drei Kinder hat und auch exessiven Alkoholkonsum aufweist. Sie unterstützen sich gegenseitig in ihrer Sucht und ihre Kinder verwahrlosen. Daley emanzipiert sich von ihrem Elternhaus. Sie absolviert ihr Studium und hat nun eine Professur in Berkley und einen tollen Freund Jonathan, als sie einen Anruf von ihrem Bruder erhält. Ihr Vater ist in Schwierigkeiten und sie soll ihrem Vater helfen. Sie lässt ihre Liebe und die Professur in Berkley saußen, um sich für ihren Vater aufzuopfern und für ihn da zu sein. Sie ist fest der Meinung wenn sie ihm jetzt nicht beisteht, stirbt er. Doch nach und nach realisiert sie, dass sie ihren Vater nicht helfen kann und lässt ihren Vater hinter sich. In diesem Buch geht es um die schwierige Tochter- Vater- Beziehung und der Umgang der Protagonistin mit ihrem Vater. Das Buch nimmt einen mit auf eine Reise und es forderte mich heraus. Teilweise konnte ich die selbstzerstörerische Phasen der Protagonistin und des Vaters kaum ertragen. Ein Buch, welches mich sehr beeindruckt hat. Ich wünsche diesem Buch viele Leser!
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