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ZUSAMMENFASSUNG
Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Er kontrolliert die eingehenden Stücke, kümmert sich um den korrekten Schlachtvorgang, überprüft die Qualität, setzt die gesetzlichen Vorgaben um, verhandelt mit den Zulieferern ... Alles Routine, Tagesgeschäft, Normalität. Bis auf den Umstand, dass in der Welt, in der Marcos lebt, Menschen als Vieh zum Fleischverzehr gezüchtet werden.Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum - nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.
BIOGRAFIE
Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, traf mit der Veröffentlichung ihres Romans einen neuralgischen Punkt der argentinischen Kultur. Nach wochenlanger Platzierung auf der Bestsellerliste und der Verleihung des Premio Clarín, der wichtigsten literarischen Auszeichnung des Landes, gilt sie als eine der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation.
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REZENSIONEN
Bewertet von franzi_heartbooks, kats_bookworld und 2 andere
franzi_heartbooks
kats_bookworld
stricki
schnick
franzi_heartbooks
Das Cover: Das Cover zeigt ein unter Folie abgepacktes Stück rotes Fleisch. Als Aufkleber auf der Verpackung sind der Titel und der Name der Autorin zu lesen. Ebenso Verlag, Gewicht (des Buches, nehme ich mal an), ISBN und Preis. Über dem Preis steht noch die Zahl 100 % und daneben ist die Silhouette eines Menschen abgebildet. Das Cover passt unheimlich gut zur Geschichte und erregt erst einmal Aufmerksamkeit. Und wenn man eben genau hinsieht, entdeckt man Hinweise auf die Geschichte. Ich finde die Coveridee sehr gut und auch den Titel 'Wie die Schweine' klasse. Denn Menschen werden hier 'wie die Schweine' behandelt. Die Geschichte: Marcos hat eine große Verantwortung in der Schlachterei, in der er arbeitet. Er sorgt dafür, dass gute Ware geliefert wird, dass die Schlachtung ordnungsgemäß und ohne Probleme verläuft und dass der Firma nie die Mitarbeiter ausgehen. Doch das Besondere an Marcos Arbeit ist, dass er in einer Schlachterei arbeitet, in der Menschen geschlachtet werden. Durch ein unbekanntes Virus konnten Schweine, Rinder und andere Tiere nicht mehr zum Verzehr geschlachtet werden. Also haben die Menschen nach anderen Alternativen gesucht: Menschenfleisch. Sie züchten also Menschen heran, die gemästet, geschlachtet und gegessen werden, um die Fleischgier zu befriedigen. Als Marcos dann ein eigenes 'Weibchen' geschenkt bekommt, verändert sich für Marcos alles ... Meine Meinung: Ich war mir am Anfang nicht sicher, ob ich zu diesem Buch eine Rezension schreiben soll. Letztendlich habe ich mich doch dazu entschieden, weil mir die Geschichte nicht aus dem Kopf geht und ich so viel dazu und darüber sagen bzw. schreiben möchte. Für alle, die sich nicht sicher sind, ob sie das Buch interessiert oder abkönnen, empfehle ich einen Blick in die Leseprobe (aber Achtung, es ist schon sehr krass beschrieben). Schon gleich am Anfang wird einiges erklärt, da bekommt ihr einen guten Einblick in die Geschichte und den Schreibstil. Und so geht es noch über 200 Seiten weiter. Da dieses Buch nichts für schwache Nerven (und Mägen) ist, empfehle ich das wirklich dringend, denn es ist meiner Meinung nach harte Kost. Nun aber zum Inhalt: Die Geschichte spielt in einer Welt, in der ein unbekanntes Virus alle Tiere tötet bzw. fast alle. Es gibt keine Schweine mehr, keine Rinder, Schafe oder Ähnliches. So sucht sich die Menschheit einen Ersatzstoff, und kommt auf die 'glorreiche' Idee, Menschen zum schlachten zu züchten. Wer bis hier gelesen hat, sollte nicht zimperlich sein. Es wird echt krass ekelig und brutal, und darauf möchte ich eingehen. Ich möchte da nur noch einmal vorwarnen. Also, weiter im Text. Es werden Menschen gezüchtet, die dann geschlachtet und als Premiumfleisch gegessen werden. Dies wird der 'Übergang' genannt. Es ist so krass, das zu lesen und zu wissen, dass es bei Tieren, z. B. den bereits angesprochenen Schweinen oder Rindern, genau so gemacht wird. Die Geschichte dreht sich um Marcos, der in der Schlachterei arbeitet. Früher hat er in der Tierschlachterei seines nun dementen und verwirrten Vaters gearbeitet, nun ist er Angestellter in einer Menschenschlachterei. Er hat vor kurzem einen Schicksalsschlag erlitten, und seinen kleinen Sohn Leo verloren. Seine Frau konnte dies nicht verkraften und ist vorübergehend zu ihrer Mutter gezogen, um von Marcos und dem Haus Abstand zu bekommen. Marcos scheint seine Tätigkeit und die Tatsache, dass Menschen zum Verzehr gezüchtet werden, übrigens nicht zu gefallen. Er hegt Zweifel an dem System, an dem, was er tut. Er isst selbst kein Fleisch mehr, was schon so ein Zeichen ist, und von anderen kritisch gesehen wird. Aber Marcos weiß eben, wo das Fleisch herkommt, wie es mal aussah und wie es getötet wurde. Geschrieben ist das Buch aus der Erzählerperspektive, also nicht aus Marcos Sicht oder in der Ich-Form. Es sind meist kurze Sätze. Auch den Titel 'Wie die Schweine' finde ich sehr passend gewählt. Menschen werden wie die Schweine gezüchtet und geschlachtet. Ihnen werden die Stimmbänder entfernt, damit sie nicht schreien können. Sie werden zur Fortpflanzung gezwungen, um neues Premiumfleisch zu produzieren. Es ist so krank und krass und ekelig. Aber das Schlimme ist, dass es mir persönlich bei Menschen abartig und grausam vorkommt. Bei Tieren allerdings ... ist es 'normal'. Jedenfalls fühlt es sich (für mich) natürlicher an. Genau so, wie es hier mit Menschen oder Stücken gemacht wird, ergeht es täglich vielen Millionen Tieren. Die Grausamkeit der Menschen, die Brutalität ... Es ist einfach schockierend. Ich finde, jeder, der Fleisch konsumiert, sollte dieses Buch mal gelesen haben. Warum? Weil es auf die perverse Maschinerie hinter dem Schnitzel, der Bratwurst oder dem Braten hinweist. Weil wir nur das Stück Fleisch sehen, namenlos, ohne daran zu denken, dass ein Schnitzel nicht am Schnitzelbaum wächst, sondern von einem lebenden Tier stammt, das vermutlich vor seinem Tod gelitten hat. Sei es durch den Transport oder die gewaltsame Tötung. Auch wenn mit 'von glücklichen Kühen/Schweinen' irgendwo geworben wird, ist das Tier trotzdem tot. Denkt daran, wenn ihr das nächste Mal Fleisch esst. Esst verantwortungsbewusst, nicht jeden Tag Fleisch. So kann auch der kleine Betrieb überleben, denn gerade in der industriellen Fleischherstellung geht es so grausam zu. Das ist Massenabfertigung und Haltung in viel zu kleinen Ställen, sprich Tierquälerei oder hart an dessen Grenze. Schaut euch die Dokus an, die es darüber gibt. Sie werden euch die Augen öffnen. Entschuldigt, ich schweife ab. Das Buch ist definitiv ein sehr gutes und lesenswertes Buch für alle, die an dem Thema interessiert sind und/oder (viel) Fleisch essen. Und die Geschichte nimmt einen Verlauf, mit dem ich so nicht gerechnet habe. Es zeigt die Abgründe der Menschen, wozu sie in extremen Situationen fähig sind. Sie verzehren Menschen, halten sich Menschen, jagen Menschen. Menschen gehen für ihren Fleischkonsum über Leichen, nur sind es hier keine Tierleichen, sondern Menschenleichen. Das ist Kannibalismus. Die Geschichte lässt die Gefühle der Menschen (oder 'Stücke', wie sie häufig genannt werden) häufig erahnen. Die Welt, in der Marcos lebt, kann einen Verbrecher auch zur Bestrafung in die Schlachterei schicken: als Opfer. Ich meine, wie krass ist das denn? Und auch Tiere haben Gefühle, können Schmerzen spüren und leiden. Das sollte den Tieren erspart bleiben. Ein verantwortungsbewusster Fleischkonsum kann den Tieren viel Leid und Qualen ersparen. Denn je wenige Fleisch gegessen wird, desto weniger Tiere werden gezüchtet und somit geschlachtet. Die Industrie reagiert auf die (große) Nachfrage mit einem entsprechend großen Angebot. Jedes Umdenken, jede positive Verhaltensänderung hilft, dass Tiere besser behandelt werden, und nicht so viele Tiere gezüchtet werden müssen. Kauft, wenn möglich, Fleisch bei einem lokalen Fleischer, nicht beim Supermarkt zum Schleuderpreis. Auch wenn es teurer ist, ihr tut etwas fürs Tierwohl. Esst weniger Fleisch, es gibt heutzutage schon so gute Alternativen. Zusammengefasst ist 'Wie die Schweine' ein wirklich geniale dystopische Geschichte, die noch lange nachwirkt und mir definitiv im Gedächtnis bleiben wird. Ich werde mein Fleischverhalten auf jeden Fall überdenken und auch ändern. Und das ist meiner Meinung nach schon ein großer Erfolg des Buches. Meine Bewertung: 'Wie die Schweine' ist ein wirklich geniales, krasses, brutales und schockierendes Buch über Menschen, die für den Verzehr gezüchtet und geschlachtet werden. Menschen vergessen, von wo das Fleisch herkommt, und was dafür getan werden muss. Es geht um Kannibalismus, denn Menschen essen hier Menschen. Von mir gibt es fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
1 Wow
kats_bookworld
Der Roman hat mich von Anfang bis zum Ende schwer begeistert. In dieser Gesellschaft sind (fast) alle Tiere ausgestorben. Stattdessen werden nun Menschen zum Verzehr gezüchtet. Der Protagonist Marco, der vorher auf einem Tierschlachthof gearbeitet hat, ist dem Hof weiterhin treu, nun halt mit Menschen. Mit seiner Frau lebt er in Trennung, sie stehen aber in Kontakt. Die genaue Beschreibung einer Schlachtung wird hier haargenau beschreiben, da man sich nun zielgenau Menschen dazu vorstellt, gibt den Roman eine düstere Atmosphäre. Dann bekommt Marco eine Frau geschenkt. Er kann mit ihr machen was er will: verkaufen, oder zu Hause schlachten. Zuerst wird die Beziehung wie zu einem Tier beschrieben, bis Marco das "Weibchen" im Haus leben lässt. Auch in dieser Gesellschaft gibt es trotz des Kannibalismus Regeln. Diese scheint Marco im weiteren Verlauf langsam aber sicher zu brechen. Das wirkt sich in allen Bereichen seines Lebens aus. Umso überraschender ist das Ende des Romans, der sich bei sehr genauem Lesen zwar angekündigt hat, aber dennoch ein Überraschungsmoment bereithält. Definitiv ein Lesehighlight!
Wow
Eat the poor! Ob die Autorin "Eat the rich" gesehen hat? Und das Ganze dann umgedreht und durch den Fleischwolf gejagt hat? "Wie die Schweine" ist ein unglaubliches Werk, eine Gesellschafts- und Systemkritik, die so vielschichtig und tiefgreifend ist, dass sie sich nur schwer beschreiben lässt. Man könnte sagen, Bazterrica ersetzt einfach die Tierwelt durch Menschen, Menschen in Massenhaltung, in Laboren, Hausschlachtungen. Das alleine hat schon einen riesigen Effekt, führt schon deutlich vor Augen, wie es der Ware Tier in unserer Gesellschaft geht. Weil wir aber daran gewöhnt sind, und das so schön billig ist, regen sich nur die wenigsten darüber auf. Tierfreunde werden belächelt. Oder gemieden, wenn sie zu penetrant auftreten. Das Gros wird das billige Fleisch mit einem leicht schlechten Gewissen konsumieren - Bio-Fleisch ist deutlich teurer, das muss man sich leisten können und wollen. Zurück zum Buch. Es gibt so gut wie keine Tiere mehr und verzehrt werden Menschen. Für diesen Spezialfleischkonsum gibt es aber klare Regeln und Bezeichnungen, Wörter wie Kannibalismus oder Menschenfleisch sind verboten, der Gebrauch kann die Betroffenen direkt selber in den Schlachthof führen. Wie dieser Markt insgesamt entstanden ist, bleibt unklar, auch wie die sonstige Welt funktioniert. Das Buch hat einen klaren Fokus, und der heißt Fleisch. Schlachthof. Jagd. Die Hauptfigur ist Marcos, Geschäftsführer eines Schlachthofes, der bezeichnenderweise Krieg heißt.Marcos ist sehr geschäftstüchtig und erfolgreich, jedenfalls gewesen, bevor er sein Baby an den plötzlichen Kindstod verlor. Daraufhin ging seine Ehe den Bach runter, sein Vater sitzt wahnsinnig im Altersheim und er existiert nur mühsam in seinem Schmerz. Marcos ist ein warmherziger Hundeliebhaber, ein liebender Sohn, ein Typ mit krasser Affaire, ein erfahrener Schlachter. Facettenreich. Er ist alleine und bekommt als Vertriebsmaßnahme ein junges Weibchen geschenkt. Spätestens jetzt legt man das Buch nicht mehr zur Seite. Schon nach wenigen Seiten stellt man erschrocken fest, dass die klinische Sprache des Buches bereits eine perfekte Trennung zwischen Menschen, die Menschen essen dürfen und Menschen, die lediglich als Fleischlieferanten dienen, geschaffen hat. So funktioniert Beeinflussung, niemand ist dagegen gefeit, was für ein Schock! Wie schnell man sich daran gewöhnt, plötzlich versteht man, wie Kriegsgreueltaten geschehen können, was in totalitären Systemen passiert. Das Buch spielt gekonnt mit den Themen Ethik und Moral und stellt ständig alles auf den Kopf. Bazterrica jongliert gekonnt damit. Sie ist unglaublich mutig, tabulos, genau. Sie versteht es, die Geschichte sehr reduziert daher kommen zu lassen, und beinahe beiläufig lässt sie eine Bombe nach der anderen platzen, bis es zum großen Showdown kommt. Sie überrascht einen fortwährend, und ihre Sprache ist ein Genuss, auch wenn man dieses Wort bei diesem Thema kaum einzusetzen wagt. Das Buch wird mich gedanklich noch länger begleiten, so viel ist sicher. Meine absolute Leseempfehlung für Leser, die nicht so zart besaitet sind und die auf viel Tiefgang stehen.
5 Wows
Mannomann, war ich am Ende fertig. Was für ein Hammerbuch! Kurz, knackig, grausam... und unfassbar gut!   Marcos, der Protagonist, lebt in einer Welt, in der die Tierwelt von einem Virus befallen wurde, das für Menschen tödlich ist. Große Teile der Tierwelt wurden deshalb getötet, weil sie eine unmittelbare Gefahr für Menschen darstellen. Aber die Menschen möchten Fleisch essen und die Wissenschaftler im Roman kommen zu dem Schluss, dass der Mensch Fleisch essen MUSS. Positiver Nebeneffekt: Die Überbevölkerung nimmt ab. Menschen werden in dieser Welt gezüchtet, aufgepäppelt und zu Fleisch, Leder, Dünger etc. pp. verarbeitet. Das ist die Prämisse. Klingt grausam? Nun, "Wie die Schweine" ist natürlich nichts anderes als eine Dystopie, in der Menschen das angetan wird, was wir schon heute Tieren antun. Aber wie das so ist: Das Leid der Tiere als Leid von Menschen präsentiert zu bekommen, das entfaltet eine Wirkung, ein Mitgefühl, das uns abgestumpfte Wohlstandsmenschen Tieren gegenüber fehlt. Denn es sind ja nur Tiere. Im "Wie die Schweine" werden deshalb Menschen, die gezüchtet wurden, folgerichtig nicht als Menschen bezeichnet, denn "Es gibt Wörter, die die Welt verschleiern." und "Es gibt Wörter, die bequem sind, hygienisch, legal." So ist der offizielle Begriff "Spezialfleisch", um die Wahrheit zu beschönigen. Das Interessante ist, was während des Lesens passierte. Denn auch wenn ich immer wieder schockiert war über das, was ich las, trat bei mir auch ein Gewöhnungseffekt ein. Hatte ich anfangs noch geradezu körperliche Reaktionen auf Alternativbegriffe wie Spezialfleisch, so trat bereits nach kurzer Zeit Gewöhnung ein. Nur noch mein Kopf spielte da nicht mit, der wusste nach wie vor, dass das alles nicht richtig ist. Aber zurück zu dem unfassbar guten Buch: Denn so grausam die Prämisse ist und so grausam die Lebensumstände, die beschrieben werden sind, so nüchtern werden sie von Agustina Bezterrica vorgetragen. Sie weidet sich nicht an der Grausamkeit, sie stellt sie nur dar. Und so ist "Wie die Schweine" kein Blutfest, sondern im Kern ein Porträt der Gesellschaft, in der wir jetzt und hier leben. "Wie die Schweine" entfesselt dabei eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Der Roman führt uns den menschlichen Egoismus vor Augen, die Schattenseiten der Konsumgesellschaft, in der jedes alles und möglichst billig haben will - ohne Rücksicht auf die Umwelt, die Tiere und die Menschen, die dabei auf der Strecke bleiben. Und das alles gelingt der Autorin ohne erhobenen Zeigefinger, sondern durch eine Geschichte, die von Marcos, dem vielschichtig gestalteten Protagonisten, der früher Tiere geschlachtet hat und nun in einer Menschenschlachterei arbeitet. Seine Geschichte fesselt die Leser*innen, lässt sie immer weiter vordringen bis zum bitteren Ende, das so konsequent ist, das noch einmal verdeutlicht, wie egoistisch wird als Menschen sind, wie vor gestrickt sind, wie wir handeln, wenn um uns als Individuen geht.  "Wie die Schweine" ist ein großartiges Buch. Ich habe es verschlungen, habe mich hineinreißen lassen, habe mit Marcos gefühlt, dem Tierfreund, der seinen Sohn über alles geliebt hat und ihn auf so herzzerreißende Weise vermisst, habe mit ihm seine unsägliche Schwester verabscheut, habe mich für ihn gefreut, als er endlich begann, sich durchzusetzen und wurde am Ende des Romans ins kalte Wasser geworfen. Augustina Bazterricas Roman funktioniert auf allen Ebenen. Er ist nicht zu kurz und nicht lang, er ist sprachlich toll umgesetzt (und toll ins Deutsche übertragen von Matthias Strobel), er ist konsequent, er ist hart und doch schön, er regt zum Denken an, ist aber trotzdem unterhaltsam... kurz: "Wie ein Schwein" ist ein verdammt guter Roman. Lest ihn! (Anmerkung: Mir wäre übrigens lieber gewesen, Suhrkamp Nova, wenn der deutsche Titel näher am Original gewesen wäre. "Exquisite Leiche" ist so viel passender und poetischer und tatsächlich auch subtiler.)
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