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Elizabeth H. Winthrop

Winthrop, Mercy Seat

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ZUSAMMENFASSUNG
Louisiana, die 1940er-Jahre, ein elektrischer Stuhl wird in die kleine Stadt St. Martinsville gebracht für die geplante Hinrichtung eines jungen Schwarzen namens Will, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. In Wirklichkeit ist sie seine Geliebte gewesen, die sich aus Verzweiflung umgebracht hat und ihm nun nicht mehr helfen kann. Alle wissen, dass das Todesurteil ein Skandal ist, aber sogar Will selbst hat aus Trauer und Schuldgefühlen innerlich eingewilligt, und weiße Wutbürger drohen dem zweifelnden Staatsanwalt mit der Entführung seines Sohnes. Nach einer wahren Begebenheit, psychologisch fein und in einer an William Faulkner erinnernden multiperspektivischen Intensität erzählt Elizabeth Winthrop die tragischen Ereignisse bis zum überraschenden Ende. Ein meisterhaftes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt und das niemanden kaltlassen wird.
BIOGRAFIE
Elizabeth Hartley Winthrop, 1979 geboren, lebt mit ihrer Familie in Massachusetts. Sie studierte englische und amerikanische Literatur an der Harvard University und erwarb ihren Master of Fine Arts in Fiction an der University of California in Irvine. Sie hat Erzählungen und bislang drei Romane veröffentlicht.

PRODUKTDETAILS

Verlag
Erscheinungsdatum
26.01.2018
Ausgabe
eBook
ISBN
9783406719059
Sprache
German
Seiten
251
Schlagworte
elektrischer Stuhl, Geliebte, USA, Vergewaltigung, Suizid, Hinrichtung, Schuldgefühle, Todesstrafe, wahre Begebenheit, 1940er Jahre, Trauer, Rassismus, Louisiana, Selbstmord, 1940er-Jahre
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REZENSIONEN
Bewertet von nonostar, renee und andere
nonostar
renee
mlle_facettenreich
Der 19-jährige Will verliebt sich in ein Mädchen und sie sich in ihn. Alles könnte gut sein. Doch er ist schwarz und sie ist weiß, eine Beziehung die im Louisiana der 40er Jahre nicht sein darf. Die beiden werden von ihrem Vater erwischt, der daraufhin Will sofort der Vergewaltigung bezichtigt. Das Mädchen hat nicht den Mut ihrem Vater zu widersprechen und bringt sich am nächsten Tag um. Will jedoch wird verurteilt zum Tod durch den elektrischen Stuhl. Mercy Seat schildert die letzten Tage bis zu Wills Hinrichtung. Die einzelnen Figuren sind sehr unterschiedlich aber alle durchweg glaubhaft. Oft können zu viele Figuren in einer Geschichte überfordern oder irritieren, doch hier hat das Gesamtkonzept gepasst. Einziger Kritikpunkt: Die Namen waren mir manchmal zu ähnlich und durch die abwechselnden Perspektiven, habe ich sie so manches Mal verwechselt und brauchte dementsprechend jeweils ein paar Zeilen, bis ich mich zurechtfand. Sprache und Schreibstil haben mich direkt in ihren Bann gezogen. In wechselnden Perspektiven und relativ kurzen Abschnitten erfährt der Leser mehr über die Geschichte von Will, aber auch von anderen Personen wie seinem Vater oder dem Staatsanwalt. Will's einziges Verbrechen war, sich zu verlieben. Seine Eltern fühlen sich schuldig, da sie diese Liebe nicht unterbunden haben. Will fühlt sich schuldig an dem Tod seiner Geliebten und nimmt das urteil deswegen bereitwillig an. Der Staatsanwalt fühlt sich nicht wohl bei der Verurteilung, wurde jedoch bedrängt, sie auszusprechen, am Ende wurde gar sein Sohn bedroht um ihn zurück in die richtige Spur zu bringen. Die Bürger fiebern der Hinrichtung entgegen, fragen nicht nach den Umständen, nach dem Mensch, der dort sitzen soll. Alles was zählt, ist, dass es ihnen ein Ventil für ihren Hass und ihre Vorurteile liefert. Die Sprache ist nicht gefühlsgeladen, sondern eher nüchtern und neutral. Die Autorin schafft es trptz des sensiblen Themas nicht wertend zu schreiben, sondern nüchtern die Tatsachen zu schildern. Dadurch hat das Buch jedoch noch mehr an Tiefe entwickelt wie ich finde. Sowohl die Charaktere als auch die Handlung haben mich sehr berührt. Die Ängste und Verzweiflung werden sehr gut geschildert und ich konnte sie regelrecht selbst fühlen. Winthrop schafft durch die wechselnden Perspektiven eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Todesstrafe und Hass auf Schwarze oder generell Andersartige. Die einzelnen Erzählstränge verdichten sich nach und nach und jede der Personen trägt ihren Teil dazu bei, ein Gesamtbild zu schaffen, das unter die Haut geht. Trotz des relativ dünnen Umangs von 250 Seiten entwickelt Mercy Seat einen immer stärker werdenen Sog und je weiter man eintaucht in diese Geschichte, desto mehr leidet und hofft man mit den Charakteren. V.a. der Schluss hat mich nochmal extrem erschüttert und tief berührt. Fazit: Ein (leider) immer noch sehr aktuelles Buch, ein Aufruf dazu, nicht blind zu verurteilen und zu seiner Meinung zu stehen. Ein Buch, das einen nicht kalt lässt und noch lange nachklingt.
2 Wows
Will & Grace Elizabeth H. Winthrop hat hier in meinen Augen ein wunderbares Werk geschaffen, welches zum Nachdenken anregt. Ich empfand es als einen Aufruf zur Menschlichkeit, und obwohl sich in den letzten Jahrzehnten vieles zum Besseren verändert hat, ist es in meinen Augen immer noch sehr wichtig, dass Menschen zum Nachdenken bewegt werden. jedes harte Herz, welches hoffentlich durch die Lektüre eines Buches, das Anschauen eines Filmes etc. … erweicht wird, ist ein immenser Gewinn. Bei diesem Buch besticht in meinen Augen die Handlung, dieses Schwere und Dunkle im Geschriebenen, die Sichtweisen der verschiedenen Personen zu diesem heftigen Thema, alles erzeugt bei mir einen sehr starken Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Wenn man einmal mit diesem Buch angefangen hat, kann man es nicht mehr weglegen. Nun ist dieses Buch ein historischer Roman, es spielt 1943 in Louisiana und behandelt den Rassismus in den Südstaaten der USA. Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch in die heutige Zeit übertragbar. Der Rassismus in den Südstaaten existiert vielleicht nicht mehr in dieser offenen Form, ist aber trotzdem weiterhin spürbar. Und genauso nehmen diese rassistischen Umtriebe in der ganzen westlichen Welt wieder zu. Die Angst vor dem Fremden grassiert momentan, leider! Dieses Buch zeigt den Menschen hinter den ganzen Vorurteilen und gleichzeitig zeigt es auch, dass es Menschen gab und gibt, die nicht rassistisch denken und bestehendes Gedankengut hinterfragen. Etwas was Mut macht und optimistisch stimmt. Und deshalb kommt dieses Buch auch zu einem sehr günstigen und richtigen Zeitpunkt und ich wünsche ihm viele Leser! Zur Handlung: Der junge schwarze Will und die junge weiße Grace lieben sich, in den 40er Jahren in Louisiana. Eine Liebe die zum Scheitern verurteilt ist. Ein bedeutender Faktor für dieses Scheitern ist auch die Tatsache, dass der Vater von Grace ein Mitglied des Klans ist. Die beiden Liebenden werden vom Vater von Grace entdeckt, daraufhin bringt sich Grace um und Will wird wegen Vergewaltigung zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Dieses Situation und die Gedanken zu dieser werden von vielen verschiedenen Personen geschildert, aus vielen Perspektiven beschrieben. Die Mehrzahl der Personen zweifelt an dem Sinn des Urteils und bringt durch deren Überlegungen auch die Menschlichkeit von uns in den Vordergrund. Etwas was mir sehr gefällt, weil wir alle in einer Gesellschaft mit Anderen zusammenleben und empathisch auf unsere Mitmenschen blicken sollten und diese anklagenden Tendenzen klar überdenken sollten. Wie heißt es so schön?: Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! Ein Satz über den nachgedacht werden sollte! Der Roman ist nicht gefühlsüberfrachtet geschrieben, ist eher in einer ruhigen und beschreibenden Art verfasst, erzeugt aber gerade dadurch bei mir eine ungeheure Tiefe. Ich kann nur sagen, unbedingt lesen!
1 Wow
Cathy | Mlle Facettenreich
1943 in den Südstaaten. Der junge Will ist zum Tode verurteilt. Schon nach einigen Seiten deutet sich an, dass das Verbrechen für das Will verurteilt wurde, an den Haaren herbeigezogen ist. Denn Will ist dunkelhäutig, zu damaliger Zeit schlicht die „falsche Hautfarbe“. Gelähmt wird man von dieser Ungerechtigkeit und der Heftigkeit mit der Elizabeth H. Winthrop davon erzählt. Genauso gelähmt sind die meisten Protagonisten, die zwar in der Position wären um etwas ausrichten zu können, aber zu große Angst haben vor den „weißen Wutbürgern“. Und so verfolgen wir die letzten Stunden in Wills Leben, die Reise des elektrischen Stuhls zu dem Gefängnis in dem Will sitzt, ein Ehepaar der Gemeinde, den Staatsanwalt der das Urteil vertreten hat und seine Familie, den Vater von Will, der nur ein letztes Mal seinen Sohn sehen möchte und den Pfarrer der Gemeinde. Eine Geschichte die beim Lesen starke Gefühle auslöst. Von Wut, Traurigkeit, Fassungslosigkeit, Herzwärme war wirklich alles dabei. Der Schreibstil ist direkt, die Geschichte schonungslos. Einnehmend und emotional waren die Worte, welche die anderen Leserinnen am häufigsten bei ihrem Kurzfazit zum Buch verwendet haben und dem kann ich nur zustimmen. Erschütternd würde ich noch hinzufügen, denn es ist mir immer wieder eine schiere Unbegreiflichkeit zu was Menschen in der Lage sind. Wie es manch einer der Gattung Mensch schafft sein Gewissen offenbar komplett zu ignorieren und jeglichen Anstand und jede Moral zu verlieren. Ein heftiges Buch und absolut lesenswert.
4 Wows

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