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Lily King

Writers & Lovers

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4.4/5
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ZUSAMMENFASSUNG
Nach dem gefeierten Bestseller "Euphoria" erzählt Lily King in "Writers & Lovers" treffsicher, intelligent und mit ureigenem Humor die Geschichte einer ebenso starken wie zerbrechlichen jungen Frau - und von der Zerrissenheit zwischen den Zwängen der Gesellschaft und den eigenen Träumen von einem anderen Leben. Als ihre Mutter plötzlich stirbt und Luke sie aus heiterem Himmel verlässt, verliert Casey den Boden unter den Füßen. Ohne wirklichen Plan landet sie mit einem Schuldenberg aus dem Studium in Massachusetts, wo sie beginnt, als Kellnerin zu arbeiten. Bei ihren Versuchen, sich aus einem Netz von Abhängigkeiten zu befreien, gerät sie immer wieder in Situationen mit Männern, die ihre Macht gegen sie ausspielen. Die einzige Konstante in ihrem Leben bleibt das Schreiben: Der Roman, an dem sie seit sechs Jahren arbeitet, wird ihr Fluchtort, ihr Schutzraum. Aber ist sie mit 31 Jahren nicht zu alt, um sich an den losen Traum eines Lebens als Schriftstellerin zu klammern? Ihre Entscheidung für das richtige Leben ist auch eine Entscheidung zwischen zwei Männern.
BIOGRAFIE
Lily King, geboren 1963, wuchs in Massachusetts auf und lebt heute mit ihrer Familie in Maine. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den New England Book Award for Fiction und den Maine Fiction Award. Ihr Bestseller «Euphoria» (C.H.Beck 2015) wurde mit dem Kirkus Prize ausgezeichnet und von der «New York Times» unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt. Sabine Roth ist seit 1991 als Übersetzerin tätig. Sie hat u.a. Jane Austen, Henry James, Agatha Christie, John Le Carré, V.S. Naipaul, Elizabeth Strout Snicket übersetzt. Diese Übersetzung wurde gefördert durch ein Arbeitsstipendium des Deutschen Übersetzerfonds.
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REZENSIONEN
Bewertet von patricianossol, kate und andere
patricianossol
kate
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patricianossol
Das Cover fiel mir im Buchladen ins Auge. Der Klappentext lässt auf eine humorvolle Geschichte voller Emotionen hoffen. Genau mein Ding. So lerne ich die 31jährige Casey kennen, die nicht nur den plötzlichen Tod ihrer Mutter verarbeiten muss, sondern auch die Trennung von ihrem Freund Luke. Casey geht nach Boston. Mit einem Schuldenberg im Gepäck jobbt sie als Kellnerin. Verzweifelt versucht sie dem Strudel der Abhängigkeit zu entkommen. Dabei gerät sie immer wieder an die falschen Männer. Einziger Lichtblick in ihrem Leben ist das Schreiben. Seit nunmehr 6 Jahren arbeitet sie an ihrem Roman und träumt davon, ihn eines Tages zu veröffentlichen. Ich kann gut nachempfinden, wie schwierig es für Casey ist, einen Ausweg aus ihrer Lebenskrise zu finden. Die Mutter fehlt als Ratgeber. Wie der Buchtitel bereits ankündigt, gibt es eine Reihe „Lovers“ in ihrem Leben, doch die Trennung von Luke ist nur schwer zu verarbeiten. Interessiert verfolge ich Casey’s Schreiballtag. Schnell wird klar, wie arbeits- und zeitintensiv, aber auch wie erfüllend, diese Tätigkeit sein kann. Es ist erstaunlich, wie Casey alle Sorgen ausblendet, wenn sie an ihrem Roman schreibt. Ich spüre die Trauer, die sie umgibt, ihre innere Zerrissenheit und ihre Hoffnung auf ein anderes, ein erfülltes Leben. Dennoch finde ich kaum Zugang zu Casey, die hier als Ich-Erzählerin auftritt. In ihren Handlungen wirkt sie auf mich oft befremdlich. Abgesehen davon, habe ich mich mit dem Schreibstil der Autorin schwergetan. Der Einstieg ins Geschehen wirkt hölzern. Vielleicht liegt das auch an der Übersetzung. Lily King springt in den Szenen ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, was meinen Lesefluss hemmt. Mir fehlen die Spannungsmomente. Stellenweise quäle ich mich durch die Seiten. Erst im letzten Drittel erreicht mich die Geschichte. Dann geht darum, ob Casey ihren Roman zu Ende schreibt und ob er veröffentlicht wird. Ingesamt konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. „Writers & Lovers“ ist ein hochgelobter amerikanischer Roman, der für mich eher zur Kategorie „solider Durchschnitt“ gehört.
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Ich habe mich sehr auf das Lesen von „Writers & Lovers“ von Lily King gefreut. Die Kurzbeschreibung klang schon fast autobiografisch zu meinem eigenen Leben. Daher waren die Erwartungen hoch an dieses Buch. Nach einem holprigen Start konnte mich die Story aber dann doch packen. Der Anfang von „Writers & Lovers“ war leider doch recht ernüchternd. Ich kam nur schwer in die Geschichte rein. Casey macht es dem Leser anfangs nicht unbedingt leicht. Vielleicht lag es an dem Schreibstil, aber ich konnte nur schwer einen Bezug zu ihr finden und habe auch nach dem ersten Kapitel erstmal ein paar Wochen Pause mit dem Lesen gemacht. Beim zweiten Anlauf konnte der Funke dann aber doch überspringen. Die Reise, die Casey in diesem Buch unternimmt, ist inspirierend. Ihre Reise zu sich selber und zu ihren Träumen ist keine schöne Reise, sondern eher im Gegenteil. Lily King zeigt hier die äußerst hässliche Seite davon, was es heißt, seinen Traum zu verfolgen. Wie oft man scheitern kann, wie oft einem Steine in den Weg gelegt werden. Wie oft man verzichten und entbehren muss und das Wichtigste überhaupt, wie man einfach nicht aufgibt, auch wenn es Jahre dauert, bis der Traum in greifbarer Nähe ist. Das man ein Stück von sich selber aufgeben muss und wenn man denkt, dass es tiefer nicht geht, dass sich dann doch noch ein Loch von einer anderen Seite auftut. Ich habe Casey dafür bewundert, dass sie trotz jeder teilweise heftigen Niederlage, wieder aufsteht und auch wenn sie davon ramponiert war, ist sie dennoch ihren Weg gegangen. Sie hat bei manchen Entscheidungen Fehler gemacht, aber so ist das Leben. Allerdings muss ich auch sagen, dass sich das Ende von „Writers & Lovers“ fast schon zu glatt angefühlt hat. Die Story hat vorher so viele Ecken und Kanten gezeigt und am Ende war es einfach zu rund. Die große Thematik von „Writers & Lovers“ ist natürlich das Schreiben. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich dieses Buch so sehr mochte. Es war auf vielen verschiedenen Ebenen inspizierend. Weil auch vielen großen Namen Steine in den Weg gelegt wurden und sie trotz diesen an ihrem Traum festgehalten haben und etwas Großartiges daraus entstanden ist. Ein lesenswertes Buch, nicht nur für Schreibende.
Wow
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Ich bin immer noch ziemlich überrascht, dass mir "Writers & Lovers" von Lily King so dermaßen gut gefallen hat. Darin geht die Autorin nämlich nicht nur auf die Versagensängste junger Schriftsteller*innen ein, sondern schafft mit ihrer Protagonistin Casey endlich mal eine weibliche Figur in meinem Alter, mit der ich mich zu großen Teilen identifizieren kann. Das mag zwar für andere Leser*innen belanglos klingen, aber ich bin mir sehr sicher, dass sich gerade junge Frauen in ihr wiederfinden werden, deren höchste Ziele nicht aus Heirat und Kindern bestehen. Sie ist eine "Heldin" von der ich mir wünschte, im wahren Leben mit ihr befreundet zu sein. Von toxischer Männlichkeit umgeben, weiterhin damit beschäftigt, die Schicksalsschläge der Vergangenheit aufzuarbeiten und immer überzeugt davon, den eigenen Erwartungen nicht zu genügen, schlägt sich Casey, Autorin auf Umwegen, durch ihre Geschichte.  Und zugegeben, es handelt sich überwiegend um eine Liebesgeschichte, aber das hat mich dieses Mal keinesfalls gestört. Vielleicht auch, weil Casey trotz der verzwickten Situation immer einen kühlen Kopf bewahrt. Vielleicht lag es aber auch an der Tatsache, dass es sich vor allem um eine Liebesgeschichte zwischen Schriftstellerin und geschriebenem Wort handelt. Casey findet im Schreiben ihre Berufung. Schreiben macht sie zu dem, was sie ist, bereitet ihr Freude und füllt sie als einzige Sache auf der Welt so richtig aus. Sie ist Autorin aus Leidenschaft, was man auf jeder Seite des Romans spüren kann. Die Männer in diesem Buch scheinen zuerst eine große Rolle zu spielen, doch erkennt man bald, dass auch sie ein Mittel zur Selbstfindung Caseys sind. Sie nehmen Raum ein, überschatten die Protagonistin aber nicht. Das kam mir sehr gelegen. Lily King findet im Buch stets eine gute Balance zwischen Romanze und Vernunft, zwischen Hingabe und Emanzipation, was ihre Hauptfigur nur umso sympathischer macht. In solchen Fällen bin ich sogar für ein Happy End zu haben, ja wünsche es Casey umso mehr. Aus diesem Grund kratzt "Writers & Lovers" bei mir sehr stark an der Bestnote und wird in Zukunft ganz klar weiterempfohlen.
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