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Im verschneiten Frankfurter Oberrad wird vor ihrem abgelegenen Haus eine junge Zahnärztin tot aufgefunden. Ihre Leiche ist verstümmelt und auf abscheuliche Weise arrangiert.
Kommissar Marthaler und sein Team von der Frankfurter Mordkommission stehen vor einem Rätsel. Ein brutaler Sadist scheint sein Unwesen in Frankfurt zu treiben und sie kommen ihm kaum einen Schritt näher. Zudem steht Marthaler sein Temperament mal wieder im Weg. Können sie den Täter schnell genug finden, um Schlimmeres zu vermeiden?

›Die Braut im Schnee‹ ist der zweite Band in Seghers Reihe ›Kommissar Marthaler ermittelt‹. Das Buch umfasst 477 Seiten und erschien 2007 bei Rowohlt. Schauplatz der Reihe ist der Großraum Frankfurt am Main.

›Die Braut im Schnee‹ spielt etwa drei Jahre nach ›Ein allzu schönes Mädchen‹ im Winter. Das Polizeipräsidium ist gerade in seinen neuen Standort in der Adickesallee umgezogen, die baulichen Probleme mit dem Neubau führen recht früh dazu, dass die Mordkommission in das ›Weiße Haus‹ im Günthersburgpark umzieht. Privat liegt Marthalers undefinierbare Beziehung mit Tereza zu Beginn des Buches einigermaßen im Unklaren, sie befand sich die letzten Jahre in Madrid, die beiden haben sich aber getroffen.

Im Gegensatz zum ersten Band ist ›Die Braut im Schnee‹ ausgereifter. Die Entwicklung des Autors und damit die Entwicklung seiner Figuren ist deutlich sichtbar. So wird Marthaler beispielsweise zu einer deutlich runderen Figur, sein Temperament wird nachvollziehbarer, seine Beweggründe klarer. Amüsierte ich mich im ersten Band noch etwas über Terezas fehlende Sprachschwierigkeiten, so sind diese jetzt ausgeprägt wie im fünften Band. Auch Marthalers Kollegen bekommen mehr und mehr Charakter. Hier rückt besonders Kerstin Henschke in den Fokus. Auch Marthalers Vergangenheit in Baunatal und Kassel wird stärker als im ersten Band thematisiert.

Den Fall an sich hat Jan Seghers geschickt und sehr rund aufgebaut. Immer wieder präsentiert er schlüssige Verdächtige und vermeidet es bis ganz zum Schluss, den wahren Täter zu enthüllen. Der Ermittlungszeitraum umfasst etwa ein halbes Jahr, allerdings wird aus Gründen nur der geringste Teil davon detailliert behandelt. Dieser Teil umfasst aber auch alle relevanten Phasen der Ermittlung.

Einmal mehr setzt sich Seghers auch wieder mit der nicht immer einfachen Rolle der Presse für die Polizeiarbeit auseinander. Er macht sehr deutlich, in welchem Umfang er die Arbeit der Presse angemessen und hilfreich findet, und ab welchem Punkt Journalisten über diese Einordnung hinaus gehen. Stellenweise fühlt man sich an ein großes Blatt mit vier Buchstaben erinnert, das aber nur der bekannteste Gipfel des Boulevardjournalismus ist. Jede größere Stadt hat ihr entsprechendes Lokalblatt, Seghers setzt stellvertretend für diese Sparte den ›City Express‹ und lässt ihn eine Vielfalt fragwürdiger Praktiken durchführen.

Wie schon die beiden anderen Bände, die ich bereits gelesen habe, ist auch ›Die Braut im Schnee‹ ein toller Krimi. Gut konzipiert, mit einer Fülle an immer besser gezeichneten Charakteren und einem Fall, der so leicht nicht zu durchschauen ist. Für Krimifans und Ortsansässige allemal wieder eine Empfehlung.
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Die Braut im SchneeDie Braut im Schnee
Die Braut im Schnee
Jan Seghers
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