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Die Kripo Aurich überführt einen Serienmörder. Ann Kathrin Klaasen gerät in eine mörderische Variante des Promidinners. Eine Hexe bringt der Schülerin Julia übermäßiges Glück, doch das hat seinen Preis. Ein Junge entdeckt, dass er seinen gewalttätigen Alkoholikervater mit der Fernbedienung des Fernseher »an- und abschalten« kann. Ein anderer erbt das Auto seines Vaters, das offenbar ein ganz eigenes Seelenleben führt. Diese und mehr Kurzgeschichten warten darauf, von den Lesenden entdeckt zu werden.

›Mord am Leuchtturm‹ erschien 2014 bei FISCHER. Die Sammlung von Kurz-Krimis ist, jedenfalls da, wo sie im ›Klaasen‹-Universum handeln, zwischen ›Ostfriesenfeuer‹ und ›Ostfriesenwut‹ angesiedelt. Das Buch umfasst 17 Erzählungen unterschiedlicher Länge auf 318 Seiten.

Im Gegensatz zu ›Mord am Deich‹ ist dieser frühere Band weniger mysterylastig, dafür ist aber auch hier Krimi ein recht weit gefasster Begriff. Der überwiegende Teil ist aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschrieben – manchmal retrospektiv, manchmal auf die Gegenwart gerichtet. Der Ich-Erzähler ist meistens in irgendeiner Form Täter. Diese Erzählperspektive beherrscht Wolf wie wenige andere, ich erwähnte das bereits in Bezug auf ›Mord am Deich‹ und die ›Sommerfeldt‹-Reihe. Wolf gibt tiefe Einblicke in Motivation und Charakterentwicklung, die letztendlich zur Tat führen. Selbst im kurzen Zeitraum, den er in den Kurz-Krimis hat, schafft er das in einem hohen Grad und meist überzeugend.

Etwas schade fand ich, dass das Buch noch weniger Bezug zum ›Klaasen‹-Universum hat, als ›Mord am Deich‹ hatte. Dazu kommt, dass es nur eine ›Klaasen‹-Geschichte gibt, die überhaupt ernsthaft in diesem Universum stattfindet (das Krimidinner), und auch in der lernt man leider kaum etwas neues, sieht man von Ann Kathrins Entscheidung am Schluss ab. Da fand ich ›Mord am Deich‹ mit den Geschichten über Nebenfiguren tatsächlich besser. Dabei gilt aber das Gleiche, was für mich auch schon für die andere Sammlung galt: Ich ging mit der falschen Erwartungshaltung in das Buch. Insgesamt haben die Geschichten in ›Mord am Leuchtturm‹ trotzdem stärker meinen Geschmack getroffen. Ich würde zwar die wenigsten ins Krimi-Genre einordnen, Thriller scheint mir da passender, dafür war aber auch sehr viel weniger Mystery dabei. Das hat mich gefreut.

Immer mal wiederkehrendes Element ist der alkoholsüchtige, prügelnde Vater, das ist durchaus auffällig und zieht sich durch beide Bände. Am Schluss gibt es wieder ein Interview zwischen Holger Bloem und Klaus-Peter Wolf, da klärt er diesen Punkt insofern auf, als dass sein Vater wohl auch in der Richtung belastet war. Als autobiografisches Element erklärt sich diese Konstante dann auch besser. Interessant finde ich auch, dass das Element der Hexe, die drei Tage irgendetwas bringt – hier ist es Glück, in ›Mord am Deich‹ war es Gewichtsverlust – in beiden Bänden auftaucht. Wer weiß, wo da der Hintergrund liegt.

Im Großen und Ganzen gefiel mir ›Mord am Leuchtturm‹ gut. Als Zweitbuch hätte es mir wahrscheinlich noch besser gefallen, einfach weil man es ob der Kürze der Geschichten gut unterbrechen oder als Bettlektüre nutzen kann. Wer sich neues über das ›Klaasen‹-Universum erhofft, sollte die Erwartung begraben. Sonst kann das Buch wirklich frustrierend sein.
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Mord am Leuchtturm
Mord am Leuchtturm
Klaus-Peter Wolf
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