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1888. Ian Frey, durch und durch snobistischer Engländer aus einer wohlhabenden, angesehenen Familie arbeitet bei der Londoner Kriminalpolizei. Als Schützling von Sir Charles Warren fällt er tief, als dessen Stuhl aufgrund des Ripperdebakels abgesägt wird, und man versetzt ausgerechnet ihn nach Edinburgh, Schottland. Alles hier stößt ihn ab. Die Menschen empfindet er als grobschlächtig und unzivilisiert, die Straßen als schmutzig. Ganz besondere Abneigung hegt er gegen seinen neuen Chef McGray, bei dem er auch noch wohnen muss. Gleich der erste Fall, den diese beiden unterschiedlichen Männer zu lösen haben, entpuppt sich als harte Nuss mit überirdischen Anzeichen. Jemand ist in einen verschlossenen Raum eingedrungen und hat einen Geiger umgebracht, ihn ausgeweidet, was sehr an den Ripper erinnert. Hat sich auch dieser nach Schottland abgesetzt oder ist ein übernatürliches Wesen am Werk?

Dieser Frey ist nicht durchgehend sympathisch, was ich gut finde. Vielleicht ist er ein wenig zu sehr englisch überzeichnet, aber das passt gut zu dem übertrieben schottischen McGray. Dem Zusammenraufen der beiden Inspectoren steht also jede Menge Konflikt im Wege, und das macht Spaß zu lesen. Auch der Fall entwickelt sich in eine interessante Richtung, nebenbei gibt es auch noch die ein oder andere Action. Was mich auf Dauer wirklich gestört hat, war das übermäßige Einsetzen stilistischer Mittel, die man eher nicht mit dem Holzhammer verwenden sollte. Kursivschreiben zum Beispiel. Oder das ständige Foreshadowing, das fast an jedem Kapitelende kommt. Das nervt übelst, zumindest mich. Trotzdem interessiert mich, wie es mit Frey und McGray, hoffentlich entwickelt sich auch der Schreibstil des Autors mit seinen Figuren weiter.
Die Schatten von Edinburgh
Die Schatten von Edinburgh
Oscar de Muriel
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