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Eigentlich hatte mich dieses Buch nie besonders gereizt. Nur, weil ich es als Mängelexemplar erstehen konnte, ist es überhaupt bei mir eingezogen und stand dann in meinem Regal, bis ich mehrere Male über Rezensionen gestolpert bin, die es in den Himmel gelobt haben. Also nahm ich es spontan zur Hand und habe es nicht bereut.

Joёl Dicker hat einen sehr angenehmen und einfachen, aber packenden Schreibstil, der wahnsinnig rasant durch die Geschichte führt. Diese wird größtenteils in zwei Zeitebenen, nämlich einmal in der Gegenwart und einmal 1975 erzählt und sowohl aus der persönlichen Ich-Perspektive von Marcus Goldberg, sowie aus der Sicht der jeweiligen verschiedenen Charaktere, die mehr oder weniger mit dem Fall zu tun haben. Dieser Erzählstil hatte einen ganz besonderen Charme und passte perfekt. Außerdem besticht dieser Roman durch zahlreiche sehr schön und poetisch geschriebene Sätze.

Umgehauen hat mich allerdings die Geschichte. Nicht nur, dass ich sofort drin war, nein, sie steigerte sich noch von Seite zu Seite. Während es anfangs noch eher ruhig zuging, so wurde es mit jeder neuen Erkenntnis, die Goldberg erlangte, immer spannender und spannender. Bis zum Schluss gab es immer und immer wieder neue Hinweise auf den wahren Täter, die Hintergründe der Tat und auch die großen und kleinen Geheimnisse der Einwohner Auroras und Umgebung. Dazu kam die Liebesgeschichte zwischen Harry Quebert und Nola, die zwar nicht übermäßig emotional und bis ins kleinste Detail geschildert wurde, aber dennoch ihren Teil zur Handlung beigetragen hat. Für mich ist jedoch sowieso die Spannung, die sich zum Schluss hin bis ins Unermessliche steigerte, die größte Stärke dieses Romans. Denn dieser lebt von den zahlreichen Wendungen und dem unerwarteten Ende. Außerdem mochte ich den eher einzigartigen, teilweise schon grotesk wirkenden Humor, der in diesem Buch nicht zu kurz kommt und mich ungeheuer unterhalten hat. Und auch die besondere, etwas andere Freundschaft zwischen dem Protagonisten und einem recht kauzigen Sergeant war sehr witzig.

Ebenso eine große Stärke dieser Geschichte sind die durchweg individuellen und teils außergewöhnlichen Charaktere. Hier gibt es keine einzige stereotype oder langweilige Person, sondern durchweg interessante und teils sogar kuriose Persönlichkeiten, angefangen bei den Protagonisten Marcus Goldmann und Harry Quebert. Nola dagegen war ein Mädchen, an welches ich mich erst gewöhnen musste. Anfangs fand ich sie eher nervig, doch das änderte sich zum Ende hin entscheidend. Sie ist nunmal ein fünfzehnjähriger Teenager und so verhält sie sich auch. Ich könnte noch so viele andere Charaktere aufzählen, alle einzigartig und sehr gut geschrieben, aber das würde diese Rezension sprengen.

Für mich ist dieser Roman jedenfalls eine absolute Überraschung, mit dessen Wirkung ich nicht gerechnet hätte. Mich konnte er von der ersten Seite an packen und vor allem wirkte die überaus packende Geschichte bemerkenswert real und nachvollziehbar. Ich bin einfach nur begeistert!
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Joël Dicker
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