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Man erfährt wirklich viel über die Ghettos in Amerika und wie es ist dort aufzuwachsen und diese Perspektivlosigkeit kennen zu lernen. Und dass manche quasi keine andere Wahl haben als selbst Dealer zu werden, ganz egal wie sie zu dem Thema Drogen stehen. Aber auch das Thema Bandenkrieg wird thematisiert. Und genau diese Themen werden sehr realitätsnah dargestellt, was eine wirklich bedrückende Grundstimmung im gesamten Roman verursacht.

Selbst jetzt noch gibt es viele Schulen in Nordamerika an denen man die Folgen der Segregation deutlich erkennen kann. Obwohl diese schon so viele Jahre her ist hat sich diesbezüglich in einigen Bereichen wenig verändert. So lernt man durch Starr wie es ist eine der wenigen POC an der Schule zu sein und dass sie immer wieder auf ihre Worte und ihr Verhalten achten muss um nicht direkt abgestempelt und in eine Schublade gesteckt zu werden.

Vor allem die Hauptprotagonisten sind sehr vielschichtig und voller Ecken und Kanten. Man kann sie sich gut vorstellen und lernt durch sie viel über die afroamerikanischen Bräuche kennen. Durch die einzelnen Protagonisten merkt man auch wie unterschiedlich die Meinungen zu dem Thema Polizeigewalt in Nordamerika sind und warum manche lieber schweigen.

Als weitere Protagonisten lernt man Hailey und Chris kennen. Hailey steht hier stellvertretend für all die Menschen, die ihre Augen verschließen und Menschen anhand ihrer Hautfarbe verurteilen. Chris ist Starr ihr Freund ich finde die Charakterentwicklung wirklich gut und nachvollziehbar, die er im Laufe der Handlung durchmacht. Solche Menschen sollte es wirklich öfters geben. Die beiden Protagonisten sind sehr klischeehaft, was ich jetzt nicht schlimm finde. Sie sollen halt nur ein großes Problem hervorheben und genau das haben sie auch getan.

Was ich auch positiv fand war die Entwicklung von Starr. Ihre Angst wirkt greifbar und oft fiebert man richtig mit ihr mit und hofft darauf, dass ihre Entscheidung ihr nicht das Leben kosten wird. Sie wächst einem einfach ans Herz und ich möchte es mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn der Kindheitsfreund scheinbar grundlos vor den eigenen Augen erschossen wird. Vor allem anfangs ist sie noch verschreckt, aber genau das wird nach und nach weniger was sehr authentisch wirkt.

Als ich das Buch kaufte hatte ich fest damit gerechnet, dass die Handlung nicht ganz so realistisch dargestellt wird und viele Sachen abgemildert werden für die Zielgruppe(Jugendbuch). Und beim Lesen war ich dann richtig geschockt, denn hier wird nichts geschönt. Hier wird vieles so dargestellt wie es nun einmal ist und genau aus dem Grund musste ich das Buch auch öfters auf Seite legen.
Man liest und hört ja wie oft von der Polizeigewalt in Amerika und dass diese oft nicht bestraft wird. Und genau dieses Thema wird hier thematisiert und was es mit den Menschen macht. Durch den Vorfall kommt es zu Demonstrationen und viele fordern Gerechtigkeit, während der Polizist von Teilen der Medien als Opfer dargestellt wird. Konkret geht es hier um die "weiße" Polizeigewalt gegen POC, die vor allem in Amerika immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Und es ist einfach nur bedrückend zu lesen, dass Eltern ihren Kindern beibringen müssen wie sie sich bei Polizeikontrollen verhalten müssen um eben nicht erschossen zu werden. Auch die Bewegung "Black Live Matters" wird hier aufgegriffen. Es ist einfach unglaublich wichtig, dass genau diese Themen mehr Gehör bekommen und ich hoffe es werden noch viel mehr Menschen dieses Buch lesen oder den dazugehörigen Film gucken. Dem Buch würde ich 5 von 5 Sternen gegeben, da es mich einfach so unglaublich bewegt hat. Es ist einfach erschreckend, dass es solche Vorfälle nach wie vor gibt und viel zu viele darüber schweigen oder sie klein reden.
The Hate U Give
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Angie Thomas
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