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Buchgestaltung

Ich muss zugeben, ich hab mich die ganze Zeit gefragt, warum der Titel aus so seltsamen Buchstaben besteht. Eigentlich würde das Buch nämlich 'Berserker' heißen und BZRK ist die Umschreibung dafür. Ist schon einfallsreich. Was denn Rest des Covers betrifft so ist das einfach nur gruselig und dunkel, genau wie die Geschichte und passt daher schon sehr gut zum Buch.

Meinung

Uff. Schwere Kost, schwere Kost Leute'BZRK ist so ein Buch das einem richtig Angst machen kann und das ist jetzt wirklich negativ gemeint. Von Beginn stellt der Autor nämlich eines klar: diese Geschichte ist nichts für zarte Gemüter. Die ersten Kapitel lesen sich wirklich wie der Roman zu einem Final Destination Film. Rasant, abgehackt und detailliert blutig. Mord, Blut und Leichen werden einem da mal eben vor die Nase gesetzt und das ganze ist so grauenhaft inszeniert, das ich mich beim lesen wirklich erschrocken habe. Vor allem aber wird all das so schnell abgehandelt, dass die Atmosphäre des Buches einfach nur kalt ist. So sieht Sadie z.B. wie ihr Vater und Bruder bei einem Flugzeugabsturz zerfetzt werden, aber bis auf wenige Gedanken scheint das ihren Charakter gar nicht zu beeinflussen.

An sich fiel es mir zunächst schwer dem Schreibstil etwas abzugewinnen. Michael Grant schreibt in sehr kurzen oder sehr verschachtelten Sätzen und dieser Mischmasch aus beiden hat die Geschichte entweder zu langsam oder schnell voran schreiten lassen, was mir nicht besonders gut gefallen hat. Dazu kommt, das man durch die Oberflächlichkeit mit der die Charaktere beschrieben werden keinen richtigen Bezug zu ihnen aufbauen kann. Zudem sind alle Charaktere des Buches solch unsympathische, egoistische Typen, das es auch mit einem angenehmeren Schreibstil nicht wirklich möglich gewesen wäre, sie annähernd zu mögen.

Die Charaktere sind Psychopaten, Mörder und seltsame Firmeninhaber, die der Mafia alle Ehre machen würden. Sadie und Noah, die beide in die Geschichte hinein gezogen werden waren daneben noch normal, aber sobald sie durch einen Schicksalsschlag mit BZRK in Berührung treten verändern sich beide grundlegend.
Ich denke, es war auch nicht wirklich die Absicht des Autors uns 0/8/15 Charaktere vorzusetzen, die man wirklich mögen kann und ich schätze, das es in diesem Buch keine schwarz/weiß - Malerei gab, sondern alle Charaktere so verkorkst waren, das man einfach nicht wusste, wer hier zu den Guten und wer zu den Bösen zählt. Die Grenze auf der sie alle bewegen ist dünner als Papier und der Absturz daher groß.

Die Geschichte oder die Idee hinter BZRK fand ich ansatzweise interessant, aber wirklich überwältigen und überzeugen konnte sie mich nicht. Immer wieder werden uns Informationen zugespielt, die nicht vollständig sind und der Autor verliert sich in dutzenden Nebenhandlungen, die das Geschehen der Geschichte schlauchen. Im Buch geht es hauptsächlich um eine Firma, die mit Hilfe von Biots in der Wissenschaft Erfolg haben wollte, um z.B. bei der Genesung von Krankheiten zu helfen oder bei Kriegen Spionage auf ein neues Level zu bringen. Stattdessen aber, entsteht ein Zwist zwischen der Firma von Sadies Vater und einigen anderen, die sich nun mit Hilfe ihrer Technologie gegenseitig bekriegen und ermorden. Es gibt so genannte Twitcher, die ihre Nanobots dazu nutzen, um Menschen Erinnerungen einzupflanzen oder deren Gefühle verändern und jede Menge andere 'Talentierter' die diese Methoden nutzen, um zu kämpfen, zu manipulieren und zu töten. Die normale Gesellschaft bekommt von all dem nichts mit. Zumindest scheint es so, denn im Buch wird nicht wirklich erklärt, wie genau die Gesellschaft in diesem Buch aufgebaut ist. Daher kann man als Leser das Buch auch nicht wirklich einem Genre zu ordnen. Fantasy? Nein. Dystopie? Nein. Das Buch zeigt keinerlei der gängigen Elemente, sondern erzählt hauptsächlich von den Handlungen der Charaktere, die 1) nicht immer nachvollziehbar sind und 2) so kalt und ohne Gewissen sind, das zumindest mir oft eine Gänsehaut über den Rücken lief.

Verstörend beschreibt es ganz gut.

Gefühle sind also abhanden, ebenso wie Action oder Spannung, die aufgrund der Bezugslosigkeit zu den Charaktere nicht entstehen kann, weil man sich einen Dreck darum schert, was denn nun mit ihnen passiert.

Was hat mir also an dem Buch gefallen?

Obwohl BZRK niemals auf irgendeine Weise ein Lieblingsbuch von mir werden kann gab es einiges, das ich daran mochte. Besonders gut haben mir die technischen Erklärungen zu den Biots und Nanos gefallen. Mich hat es zwischenzeitlich überall gejuckt, bei der Vorstellung das eklige Technik Viecher in mein Auge oder Gehirn kriechen, aber die Idee an sich war nicht schlecht und verdient Annerkennung.
Dazu kommt, dass der Mittelteil des Buches fast menschlich wirkte. Denn als von den Rebellen die Rede war und Sadie und Noah sich näher kommen kam wenigstens etwas Unterhaltungswert dazu. Außerdem ist es bei BZRK wie bei einem Horrorfilm. Man will weg gucken, sieht aber trotzdem hin, weil es einen doch fesselt und man wissen möchte, was passiert. Die Unvorhersehbarkeit ist der größte Pluspunkt.

Warum die Tendenz aufwärts, statt abwärts?

Ich denke einfach, dass Michael Grant sich hier in ein neues Genre gewagt hat, mit dem er durchaus Erfolg haben kann. Die Geschichte hat Logik, war gut durchdacht und hatte unbestreitbar eine anziehende Atmosphäre, die nicht jedem zusprechen wird, aber sicherlich ihre Fans findet. Daher gebe ich dem Buch ein paar Punkte mehr, denn im Vergleich zu sehr viel schlechteren Büchern hat es diese verdient.

Fazit

Verstörend, düster und kalt. Michael Grants Buch ist sicherlich ein Hochgenuss für Fans seines Stils oder Sci-Fi Romanen, wo Mord und Manipulation nicht zu kurz kommen. Für Fantasyleser wie mich allerdings war das ganze eine Nervenprobe.
Eine Achterbahn aus Schock, Ekel und Ablehnung. Und das sage ich, als heimlicher Fan von Zombie-Splatter-Filmen!
BZRK 1
BZRK 1
Michael Grant
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