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„Hafenschwester“ ist nach „Mehr als die Erinnerung“ mein zweiter Roman von Melanie Metzenthin und ich bin wieder extrem begeistert!“

Ich liebe historische Bücher mit starken weiblichen Charakteren. Und so bin ich mit Hafenschwester genau auf meine Kosten gekommen. Martha Westphal ist die älteste Tochter einer ärmlichen Familie aus den Hamburger Gängevierteln. IAls Martha gerade 13 Jahre alt ist, erkranken erst ihre kleine Schwester Anna und später ihre Mutter an Cholera. Martha hat gesehen, dass der Schwester im Krankenhaus nicht geholfen wurde und so pflegt sie ihre kranke Mutter bis zu ihrem Tode allein zu Haus.

Der Vater ist durch diesen Schicksalsschlag so gezeichnet, dass er sich im Alkohol verkriecht und die Familie komplett im Stich lässt. Marthas Arzt hat mitbekommen, wie gut sie ihre Mutter gepflegt hat und hat ihr geraten, sich im Allgemeinen Krankenhaus St. Georg um die Stelle einer Krankenwärterin zu bewerben, durch die Cholera Epidemie sei dort jede Hilfe gebraucht.

Martha steigt schnell durch ihr Wissen und ihre Intelligenz auf und landet so im neuen Krankenhaus Eppendorf, wo sie durch viel Fleiss und Arbeit eine der begehrten Stellen als OP Schwester bekommt! Für ein Mädchen aus dem Gängeviertel ist das eine Sensation, weil die Stellen nur den gut situierten Mädchen vorbehalten waren.

Als Martha dann durch Kollegen den jungen Paul kennenlernt, der ein sehr engagierter Sozialist ist, und sich in ihn verliebt, muss sie sich entscheiden, die Liebe zu Paul oder ihre Arbeit als Erika Schwester. Beides geht leider durch die Statuten der Erika Schwestern nicht.

Ich liebe die Bücher von Melanie Metzenthin – sie hat einen ganz besonderen Stil ihre Geschichten zu konstruieren. Man ist vom ersten Moment an reingesaugt und wird erst nach dem zuklappen des Buches wieder entlassen. Tolle historische Fakten gepaart mit fantastisch ausgearbeiten Charakteren! Martha ist so wundervoll. Ihr Leben, ihre Erfahrungen, Werte und Freunde – alles ist wirklich authenisch geschrieben. Ich habe so mit ihr mitgezittert und bin durch die Seiten gejagt. Sie meistert alles zeigt soviel Stärke ,selbst als der Vater sich aufgegeben hat, als er seine Arbeitsstelle verloren hat und überall als Trinker verschrien war. Sie gab nie auf, hat immer den Mund aufgemacht und sich nichts gefallen lassen. Hat zu ihrer besten Freundin (einer Prostituierten) gehalten.

Ich bin tief beeindruckt vorallem als ich im Nachwort gelesen habe, dass Marthas Geschichte an die von Melanies Urgroßmutter angelehnt ist. Absolute klare Leseempfehlung – dieses Buch gehört wie auch „Mehr als die Erinnerung“ zu meinen persönlichen Highlights!
Die Hafenschwester (1)
Die Hafenschwester (1)
Melanie Metzenthin
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