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Eigentlich hatte Ian Frey nicht vor lange im verhassten Edinburgh zu bleiben. Als zivilisierter und gebildeter Engländer hasst er den breiten Dialekt der Schotten, ihr Auftreten und ihr bäuerliches Gehabe. Vor allem Adpolphus McGray, mit dem er zusammen arbeiten muss, ist das klassische Beispiel eines verhassten Schotten, laut und vulgär.
An Neujahr 1889 werden er und Inspector McGray in die Irrenanstalt gerufen, in der auch McGrays kleine Schwester Patientin ist. Ein Mord hat stattgefunden und ein Patient ist geflohen. Doch für den schottischen Ermittler ist dies nicht das wichtigste Ereignis der Nacht. Eine der Pflegeschwestern sagt aus, dass Amy McGray das erste Mal seit fünf Jahren gesprochen hat. Und zwar mit dem flüchtigen Patienten. Nun setzt der Inspector alles daran, diesen Mann ausfindig zu machen. Dabei lässt er jedes Vorschrift und jede Vorsicht außer acht. Das schon sehr angespannte Verhältnis zwischen Ian Fray und McGray wird auf eine harte Probe gestellt und bald stehen sich die beiden Männer feindlich gegenüber. Ist McGray noch er selbst oder wurde er verhext? Nicht anders vermag sich sein Kollege dessen irrationales Verhalten erklären.

Kommentar:
Während der erste Band noch voller Lokalkolorit und Humor war, bleibt dem Leser hier das Lachen im Halse stecken. Zu furchtbar sind die Szenarien, zu brutal die Morde, als das die Frotzeleien der beiden Ermittlern uns noch ein schmunzeln entlocken könnten. Zumal sich beide immer mehr entfremden und nicht mehr an einem Strang ziehen. Ian Frey möchte, dass McGray von dem Fall abgezogen wird, da seine Schwester involviert scheint. Frey weiß, dass der Schotte seine Schwester abgöttisch liebt und alles für sie tun würde. Was er auch bald unter Beweis stellt. Sie verfolgen die Spur des Täters und kommen einem Jahrhunderte altem Fluch auf die Spur. Am 31. Oktober 1624 wurden auf Pendle Hill sechs Hexen an den Galgen geführt. Sie verfluchten den Mann, der für ihre Verurteilung verantwortlich war und dieser verstarb noch in der gleichen Nacht. Nun scheint dieser Fluch bis in die Gegenwart zu reichen und sich zu erfüllen. Ian Frey ist zwar ein moderner und aufgeklärter Mann, doch auch er kann sich dem Unheimlichen nicht entziehen. Die Spur führt die beiden Ermittler bald nach England. Hier haben sie keinerlei Befugnisse doch das ist McGray egal. Wie eine Axt im Wald schiebt er jeden aus dem Weg und bricht alle Regeln des Anstandes, um des Flüchtigen habhaft zu werden. Als Frey sich weigert, ihm weiter zu helfen, schlägt McGray ihn nieder und entführt ihn kurzerhand.
Mir hat der zweite Band bei weitem nicht so gut gefallen wie Band eins. Das erste Drittel ist durchaus spannend und der Leser fiebert mit, um zu erfahren, was Amy gesagt hat. Auch die Ereignisse in Lancaster sind durchaus noch glaubhaft aber die weitere Entwicklung Richtung Pendle Hill erinnert eher an einen Schauerroman von Wilkie Collins. Hexen, Flüche, Zaubertränke, Verschwörungen, das ist des Guten zu viel und weniger wäre mehr gewesen. Leider geht das auf Kosten der beiden Charaktere, von deren Entwicklung ich wesentlich mehr erwartet hätte. Ich finde, da hat der Autor seine Chance vertan, ein tolles, sehr ambivalentes Duo zu kreieren und damit den Leser zu fesseln und an sich zu binden.
Das Sittengemälde der damaligen Zeit hat Oscar de Muriel allerdings sehr gut getroffen und anschaulich, in klaren Worten beschrieben. Ich mag Romane, die Ende des 19. Jahrhunderts spielen und habe schon viele davon gelesen. Der Autor braucht sich hinter seinen Kollegen nicht verstecken.
Ich werde sicherlich auch Band drei lesen, in der Hoffnung, dass das Augenmerk wieder auf die beiden unterschiedlichen Ermittler gelegt wird und der daraus resultierende Humor wieder aufblitzt. In diesem Fall ist die Stimmung zu aggressiv, McGray zu sehr außer Rand und Band und Frey agiert wirklich fast wie ein Mädchen, als dass mir die Geschichte
Der Fluch von Pendle Hill
Der Fluch von Pendle Hill
Oscar de Muriel
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