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Nachdem mir Anfang des Jahres der Vorgängerband „Achtsam morden“ so unerwartet gut gefallen hatte, war ich sehr neugierig darauf wie es in der Fortsetzung weitergehen sollte. Der Klappentext versprach soweit eine interessante Grundpremisse unter der die bereits bekannte Geschichte um den achtsamen Anwalt weitergeführt werden sollte. Leider konnte „Das Kind in mir will achtsam morden“ nicht meinen Anforderungen gerecht werden und enttäuschte mich darüber hinaus sehr.

Der neue Schwerpunkt auf das innere Kind und dessen Therapie stellte sich als das erste Übel heraus. Während im ersten Band das Thema Achtsamkeit gekonnt in die Geschichte eingebaut wurde, fand ich die Therapie diesmal einfach nur drüber. Die Gespräche mit dem inneren Kind sind großteils vollkommen unnötig und lästig für den Lesefluss und die Geschichte selbst. Hier lässt sich auch bereits erahnen wie häufig sich der Autor in diesem Teil wiederholt. Ständig werden bereits bekannte Sachverhalte wenige Seiten erneut genauso ausgiebig besprochen wie zuvor. Mit der Zeit entwickelte sich bei mir daher leider das Gefühl, dass Karsten Dusse lediglich auf seine Seitenzahl (477 Seiten) kommen wollte. Vermutlich sollte hier an den Vorgängerband (Seiten) angeschlossen werden, was hier jedoch nach hinten losging.

Darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass Karsten Dusse in diesem Band seinen eigenen Ansichten ein wenig mehr freien Lauf gelassen. Im Vergleich zum ersten Teil haut er hier leider verehrt Ansichten durch seinen Protagonist raus, die einfach so unreflektiert stehen gelassen wurden, dass es einfach ein totales No-Go für mich war. Egal, ob es den scheinbar vollkommen unnötigen und übertriebenen Klimaschutz oder auch offenes fatshaming betrifft. Zwar hatte Dusse bereits in „Achtsam morden“ zwei, drei sehr kritische Aussagen gehabt, über die auf Grund der geringen Anzahl aber eben hinweg gesehen werden konnte. Diesmal ist dies aber absolut nicht möglich, da es die LeserIn derart häufig als Teil der Geschichte anspringt.

Als Fazit bleibt mir daher leider nur zu sagen, dass ich zwar die generelle Idee und Weiterführung der Geschichte in „Das Kind in mir will achtsam morden“ als unterhaltsam ansehe, diese jedoch unnötig in die Länge gezogen wurde und darüber hinaus toxisches Gedankengut verbreitet.
Das Kind in mir will achtsam morden
Das Kind in mir will achtsam morden
Karsten Dusse
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