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Benni und Jule fühlen sich wie lexikalische Lücken. Jule hat das Gefühl, dass sie nicht in ihre Familie passt und für Benni denkt, dass er einfach nirgendwo reinpasst. Und dann, dann begegnen sie sich und plötzlich fühlen sie sich nicht mal als Lücken im Wortschatz. Doch das Leben kann kompliziert sein, besonders wenn man vom direkten Umfeld mit Einflüssen und Ansichten überschüttet wird, die man selbst nicht teilt.

Kyra Groh hat einen brillanten Jugendroman geschrieben, den ich aufgrund der vielen, aktuellen und wichtigen Themen und der hervorragenden Umsetzung viel lieber gar nicht als Jugendroman, sondern als All Ager oder zeitgenössische Literatur bezeichnen würde.

Weil, i mean, echt jetzt: es geht um Klimaschutz, um Alltagsrassismus, um Feminismus, Politik, Veganismus, darum, was Worte eigentlich anrichten können und welche Macht sie auf unser Handeln und Denken haben. Es geht aber auch um die erste Liebe, ums Erwachsenwerden, darum herauszufinden, was man eigentlich will und wo man steht. Ums über sich Hinauswachsen, ums Zusammenwachsen, um Freundschaft, um Familie, die es einem manchmal echt schwer macht und um Vertrauen. Um Mut und ums Lautsein.

Kyra Groh erzählt über all das in einem jugendlichen, aber sehr wortgewandten Schreibstil, der mich durch sie Seiten hat rauschen lassen.

Aber auch ihre Protagonisten Benni und Jule, die beide, sowie auch sämtliche Nebencharaktere, so authentisch und liebenswert sind, egal wie nerdig und verloren sie sich selbst fühlen und vorkommen, haben dafür gesorgt, dass ich mich nicht vom Lesen lösen wollte. Mit Benni hatte ich erst extremes Mitleid, weil er in Sachen sozialer Kompetenz einfach so unfassbar hilflos wirkt. Er hat kaum Freunde, keinen Vater, eine streng gläubige Mutter, die ihn so dermaßen umgluckt, dass er sogar sein Studium aufschiebt.
Im Verlauf und nicht zuletzt Dank Jule, legt er eine starke Wandlung hin, wird selbstbewusster, spricht aus, was er lange zurückgehalten hat. Das Gleiche trifft auch auf Jule zu, die sich für den Klimaschutz einsetzt, zuhause jedoch nicht offen darüber sprechen kann, weil sie sich in ihrer Familie wie ein Außenseiter fühlt. Ihre Eltern leben so, wie sie es schon in den 90ern getan haben. Offensichtliche und mentale Veränderung sind gar nicht denkbar, oder vielleicht doch ?

Ich könnte hier stundenlang weiterschreiben, weil dieses Buch so viele Facetten hat und so viel passiert, aber vielleicht reicht erstmal ein abschließendes Fazit, nämlich:

MEIN LEBEN ALS LEXIKALISCHE LÜCKE ist ein gleichermaßen großartiges, wie wichtiges Buch, dass den Nerv der Zeit zu 100 Prozent trifft und das ich möglichst Jeden in die Hand drücken möchte.

Liebe? Ja, man !!! Leseempfehlung? AUF JEDEN FALL !
Mein Leben als lexikalische Lücke
Mein Leben als lexikalische Lücke
Groh Kyra
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